Apple, DRM und die schöne neue Musikwelt



Der Schritt war schon seit einiger Zeit angekündigt worden, ein Tag Ende Mai sollte als DRM-Free-Day in die Geschichte eingehen. Heute, am 30.5.2007, ist es so weit. Apple und EMI bieten im iTunes-Store Songs an, die nicht mehr mit DRM (Digital Rights Management) den Kunden gängeln. Zusätzlich hat Apple die Qualität deutlich erhöht – sie dürfte nur noch von Musikesoterikern von CD unterscheidbar sein. Das alles hat einen Aufpreis: statt 99 Cent zahlt man nun 1,29 Euro pro Song, die Albenpreise bleiben wie bisher.
Bisherige Käufer können zum Differenzpreis updaten, bei Alben verlangt Apple einen Aufschlag von 30 Prozent des aktuellen Preises, für Musikvideos generell 60 Cent.

Ändert sich damit die Musikindustrie? Kaum. Die dramatischere Entwicklung dürfte Apple selbst betreffen, denn die iPod-Konkurrenten können neben MP3 oft auch AAC abspielen – lediglich durch das DRM wurden die Musikstücke an den iPod gebunden. Das ist zumindest ein bisschen vorbei, womit sich auch einige anhängige Klagen gegen Apple in Luft auflösen sollten; selbst wenn keine anderen Musikkonzerne EMI folgen sollten, Apple hätte den Beweis erbracht, dass sie unschuldig sind, wenn der iStore-Kunde keine freie MP3-Playerauswahl hat. Das dürfte auch der Hintergrund sein, warum Jobs so vehement gegen DRM wetterte. Denn eine vollständige Öffnung der iTunes-Musik für alle Player würde dem iPod ganz sicher Marktanteile kosten. So bleibt ein Kompromiss; der iTunes-Kunde wird auch weiter zum iPod greifen müssen, wenn er seine gesamte gekaufte Musikbibliothek unterwegs hören möchte.

Aber bei allen taktischen und strategischen Überlegungen: es hat sich in der Welt der Musikindustrie heute einiges zu Gunsten des Konsumenten bewegt. Und das ist selten genug.
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