2008

Advent Advent

Wer sich vielleicht gefragt hat, was ich in der letzten Zeit - außer der Redaktionsarbeit für macnews.de - gemacht habe, kann nun das Ergebnis im App Store herunterladen: Advent Advent ist ein literarischer Kunst-Adventskalender für das iPhone und den iPod touch. Die Schriftstellerin und Künstlerin Corinna Luedtke (Die Nächte mit Paul oder der Tag ist anderswo) hat die Bilder gezeichnet und gemalt, von mir stammen die Texte. Viel bisher unveröffentlichtes Material ist dabei, vor allem Gedichte, aber auch drei Adventsgeschichten: Eine ist in einer Berliner Stadtteilzeitung erschienen, eine andere als Kolumne in der Zeitschrift MacLife.

Und wie es zum Fest der Liebe und Geschenke sein sollte: Die Applikation ist kostenlos über iTunes zu haben. Ein riesiges Dankeschön geht auch an Rafael Bugajewski, der die Programmierung übernommen hat, und an Martina Szymanski, die das wunderbare Advents-Icon und -Bild geschaffen hat.

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Interview mit Andreas Eschbach

Ab und zu berührt auch das Leben eines Mac-Redakteurs das SchreibLeben. Die Textverarbeitung Papyrus ist in einer Edition für Autoren erschienen und kann auf die Erfahrungen des Bestseller-Autoren Andreas Eschbach zurückgreifen: die Stilanalyse stammt von ihm und setzt seine 10-Punkte-TÜV für Texte in Bits und Bytes um.

Ich hatte die Gelegenheit, die Software vor der Veröffentlichung etwas ausgiebiger zu testen, Andreas Eschbach stimmte kurzfristig einem Interview zu. Großartiger Mann! Das Ergebnis der Recherche im Reich der Schreibsoftware findet man auf macnews.de.
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Bücher Wiki

Schreibend, lesend - Mitte November jährt sich meine Arbeit bei macnews.de. Im Online-News-Geschäft bleibt wenig Zeit, das heißt: Die Arbeit an meinem nächsten Roman passiert hauptsächlich in der S-Bahn, Charlottenburg bis Hackescher Markt. Trotzdem war und ist die Zeit produktiv. Vielleicht jeder hat schon mal den Satz gehört „Wenn ich nur Zeit hätte, dann würde ich ein Buch schreiben“. Das ist – bei allem Respekt – eine Selbstlüge. Man hat die Zeit. Es reichen 20 bis 30 Minuten am Tag, mehr braucht man nicht.

2008 war – was Öffentlichkeit angeht – ein ruhiges Jahr. Die Arbeit passierte hinter den Kulissen, der Roman. „Im Schatten des Flügelschlags“ ist inzwischen fertig, der nächste Roman entwickelt sich und gedeiht.

Eine Sichtbarkeit gibt es aber doch. Das Bücher-Wiki hat mich aufgenommen, mit einem sehr sorgfältig erstellten Artikel (herzlichen Dank!).
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Bachmann-Preis - Nachbetrachtung

Zugegeben, dieses Jahr habe ich das Literaturspektakel um den Bachmann-Preis nur am Rande mitverfolgen können. Immerhin hatte ich noch den ersten Tag zur Hälfte in voller Länge mitbekommen - und es war grausam. Gleich der Auftakttext war eine Katastrophe, welcher die Frage aufwarf, ob niemand die Texte vor der Lesung lektoriert. Es ging so weiter, nach den ersten vier Stunden Bachmann-Preis stellte sich bei mir Lustlosigkeit ein und das Gefühl, auf die noch folgenden verzichten zu können.

Das Prozedere des Bewerbs selbst hat sich nicht geändert, dafür gab es einige Änderungen. Die erneute Verkürzung tut dem Bewerb nicht gut und reduziert die Möglichkeit, auch Texte abseits des literarischen Mainstreams auszuwählen. Die Jury wirkte überfordert, die Preisvergabe hilflos - auch wenn Publikumspreis und Kritikerpreis wieder zusammenfielen. In der groben Übersicht blieb ein Eindruck zurück: Die Literatur schwimmt und ist dabei, unterzugehen. Groschenromane im Hardcover bestimmen die Verkaufsregale des sich weiter auf wenige Größen konzentrierenden Buchhandels – Manuskripte, die voraussichtlich zu kleine Auflagen erreichen, weil sie kein Genre bedienen, werden an kleine Verlage durchgereicht. Relevante Literatur teilt inzwischen das Schicksal der Lyrik, deren Leserschaft auf 500 interessierte Käufer geschätzt wird - selbst größere Verlage verkaufen nicht mehr jedes Buch vierstellig.

Das wird sich fortsetzen, für Kulturpessimismus ist aber kein Platz. Im Gegenteil: Die Fülle hat zugenommen, gegenwärtige Autoren konkurrieren mit dem, was geschrieben wurde: Es gibt mehr Werk als genug, um ein Leben zu füllen. Lediglich die Hoffnung auf Unerhörtes und die eine wesentliche Stimme, die zu einem spricht und die Nerven reizt, lohnt die Suche. Eine tragische Suche. Was der Literatur und nicht nur der deutschen Literatur fehlt, sind authentische Stimmen, die sich aus Erleben und Haltung speisen sowie eine eigenen Form- und Sprachgebung finden. Ein Problem mag die Schwierigkeit sein, in der Form etwas Neues zu schaffen. Lediglich die „Wiedererfindung“ findet man, verbunden mit der „Wiederentdeckung“. Experimente mit Hypertext sind ebenso abgehakt wie Blogs als Medium, die man in Buchform überführen könnte – eher Erfolg haben bestellte Bücher von Autoren, die in der Blogosphäre bewiesen haben, dass sie ein Publikum bedienen können.

Der aktuelle Buchausstoß ist gigantisch. Auch das schmälert die Bedeutung des Bachmann-Preises. Eine Kontinuität des Werkes wirkt künstlich, weil der Wandel unabdingbar ist, die medial wirksame Vermarktung aber die Unwandelbarkeit voraussetzt. Die Selbst-Neuerfindung kämpft mit der Publikumserwartung, eine Verweigerung der Medienwirksamkeit wird dabei selbst – kurzfristig und folgenlos – zum medialen Ereignis: Peter Licht im letzten Jahr, in diesem Jahr verweigerte ein Autor das Videoportrait. Diese Verweigerung war ein größeres Ereignis als der Text, der zur Besprechung stand.

Wohin steuert also der Preis und die deutschsprachige Literatur, die er abbilden will? In ein Genre, das im besten Fall ein gutes Gefühl vermitteln kann. Anspruchsvolles habe angeblich einen Platz und ein Publikum. Kritiker und Autoren aber wissen, dass dies eine Lüge ist. Buchhändler und Verlage wissen dies schon sehr viel länger. Eine angemessene Haltung könnte die Resignation sein. Diese bestimmte, so weit ich beobachten konnte, das Jahr 2008 des Bachmann-Bewerbes.
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Joachim Grünhagen: 27.6. in Hannover

Die lange Blogpause hat ein vorläufiges Ende - ein neuer Lesetermin steht an. Am Freitag den 27. Juni findet zum 80. Geburtstag meines „Dichtervaters“ Joachim Grünhagen eine Veranstaltung im Kanapee Hannover statt: „Mitten im Wort wohne ich“ beginnt um 18 Uhr in den gemütlichen Räumen des Kanapees in der Edenstraße 1, eine Platzreservierung ist dringend zu empfehlen. Gutes Sitzfleisch sollte man bei dem umfangreichen Programm ebenfalls mitbringen.

Joachim Grünhagen hat 1984 die Gruppe Poesie gegründet, bis heute stehen 21 Einzelveröffentlichung und 185 Anthologie-Beiträge in seinem Portfolio. Wahre Größe zeigte Grünhagen auch bei der Mitgründung des „Klubs Langer Menschen“. Was dürre Daten nicht wiedergeben können: Joachim Grünhagen gehört zu den Menschen, die mit Leib und Seele im Wort wohnen und andere mit offenen Armen das Haus der Poesie einladen.

Wegen der Lesung fällt an dieser Stelle ein anderer Termin aus, ein Live-Blog der Ingeborg-Bachmann-Preis-Lesungen wird es dieses Jahr nicht geben.
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Mitsu auf Amazon Japan [Update]

Mitsu ist „angekommen“ – zumindest auf dem Marketplace von Amazon Japan bieten zwei Händler Mein Leben mit Mitsu an. Umgerechnet etwas über 12 Euro zuzüglich Porto verlangen die Verkäufer, was erstaunlich günstig ist. Immerhin hat sich jemand die Mühe gemacht, das Buch dort einzustellen, allerdings mit dem eBook-Cover. Was immer das zu bedeuten hat - mein kleines Herz ist erfreut.

[Update] Inzwischen sind es vier Anbieter - unter anderem auch Amazon Japan direkt. Erstaunlich. Schön.
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