LiteraturbeTrieb

Lovebits als ePub [Update]

Für Besitzer eines „normalen“ Readers gibt es die Lovebits nun auch als ePub-Version – natürlich DRM-frei – im Kobo-Store.
Und als iBook (ebenfalls DRM-frei und damit ein „normales“ ePub) bei iBooks. Für kurze Zeit sogar kostenlos!
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Mitsu, Alice und Paul für Amazons Kindle und iBooks [Update]

Nach einer kleinen Nach-Heise-Verschnaufspause geht es nun munter weiter:

Der Verlag Motu One hat mit meiner Hilfe einige Bücher als E-Books umgesetzt und veröffentlicht.

Mein Leben mit Mitsu, Alice oder die Sintflut von Jutta Mülich und Die Nächte mit Paul oder der Tag ist anderswo von Corinna Luedtke sind ab sofort über Amazons Webseite erhältlich. Zum kontoschonenden Einheitspreis von je 2,99 Euro.

Diese lassen sich übrigens nicht nur auf Kindle-Hardware lesen, sondern auch auf etlichen anderen Plattformen: iPad, iPhone, BlackBerry, Android, PC und Mac.

[Update] Ab sofort findet man alle drei Bücher auch in Apples iBooks.

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Ausnahmezustand Literatur



Am Anfang steht der Versuch, die Begriffe „Autor“ und „Schriftsteller“ zu unterscheiden – der Autor bedient den Markt und/oder die Anforderung eines Auftraggebers. Im Schriftsteller schreibt „es“. Die Grenzen sind allerdings weniger klar zu ziehen, als diese Definition suggerieren mag. Der Wunsch nach Anerkennung und Wahrnehmung sowie die simple Notwendigkeit, zu überleben, ist beiden „Gruppen“ inne. Das Ergebnis lässt sich jedoch schärfer trennen. Noch mehr Text
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Das E-Book und die Bibliothek des Wesentlichen

Der Herbst wird heiß – die neue Generation von E-Book-Readern drängt auf den Markt, nach der Preisoffensive von Amazon und Barnes & Noble dürfen sich auch deutsche Kunden über sinkende Hardware-Preise freuen. Thalia will dabei ab Oktober eine Marke setzen: 139 Euro verlangt der Buchhandelskonzern für seinen touchfähigen Reader mit Sechs-Zoll-Bildschirm.

Noch mehr Text
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Bachmannpreis 2010 [Update]

Am morgigen Donnerstag beginnen sie wieder, die Literaturspiele in Klagenfurt. Live mitgebloggt hatte ich sie zuletzt 2007. Eine kurze Kritik der Kritiker findet man ebenhier.

2008 und 2009 mussten meine Live-Berichte ausfallen, auch dieses Jahr wird es wieder nichts werden. Auf meinem Schreibtisch türmt sich die Arbeit. Für zwei kleine Hinweise reicht es aber. Gespannt bin ich auf den neuen Juror Hubert Winkels, Literaturredakteur des Deutschlandfunks in Köln. Noch mehr Text
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Flügelschlag im TV und im Netz

Literatur und SAT1 – passt das zusammen? Davon kann man sich nun ein Bild machen, zum Start des Twitterromans hat sich ein Kamerateam von 1730 angekündigt und mit der Verlegerin und Schriftstellerfreundin Corinna Luedtke und mir einen Beitrag produziert. Nur wenige Stunden später flimmerte dieser in Niedersachsen und Bremen über die Bildschirme.

tvfluegels

Im Internet lässt sich der Beitrag über diesen
Link betrachten.

Auch die Leine-Nachrichten haben nun nach der
NP über das Projekt berichtet.

Besonders freut mich aber, dass einige Followers nun auch einzelne Sätze weiterzwitschern, das Thema der Woche im Flügelschlag sind sicherlich „Ärmelschoner“.

Hinweisen möchte ich auf einige anregende Diskussionen:

Bei
Literaturschock (Anmeldung erforderlich) und dem Papiergeflüster geht es zur Zeit vor allem darum, in welchen Rhythmus man sich das Lesen einteilt.

Diskussionen findet man auch im
Forum der 42er Autoren e. V., beim Mausmaler Ronald Puhle und nicht zuletzt auf Gutenbergblog.de.



Last but not least: Auf einer
neuen Seite in diesem Blog kann man die neueste Kreation für Twitter bewundern: Das Widget von FontShop und Moccu erfordert Flash, glänzt aber durch die Präsentation. Schöner kann man Twitter-Sätze zur Zeit nicht genießen.



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Reloaded: Artikel Neue Presse

Seltsame Schleifen zieht das Leben – im zarten Alter von 20 war ich das erste Mal mit Bild in der Zeitung – in der Neuen Presse aus Hannover. Nun bin ich doppelt so alt und die Zeitung hat am Donnerstag (sic!) einen riesigen Artikel über den Twitter-Roman sowie Motu One veröffentlicht.



Der Online-Artikel ließ noch nichts Schlimmes befürchten, die „riesige Abbildung“ in der Printausgabe war dann aber schon ein Schock. Wahre Größe. Wie auch immer, am Montag sollte es noch mehr Medienrummel geben, das Wichtigste aber: Punkt 9 Uhr findet man den ersten Tweet, der erste Tag wird spannend.


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Geschenke zum Welltag des Buches

Heute feiert die UNESCO den Welttag des Buches und viele feiern mit. Der Verlag Motu One ebenfalls, deshalb gibt es ab heute bis zum 3. Mai 2010 die E-Books Mein Leben mit Mitsu sowie Die Nächte mit Paul oder der Tag ist anderswo von Corinna Luedtke kostenlos.

Damit lässt sich auch prima die Wartezeit überbrücken, bis der Flügelschlag bei Twitter abhebt ...
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Im Schatten des Flügelschlags: Der Roman auf Twitter

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Ab dem 3. Mai 2010 veröffentliche ich zusammen mit Motu One den kompletten Roman Im Schatten des Flügelschlags auf Twitter. Das schnellste Medium verwandelt sich dabei in das langsamste – rund 3500 Tweets zerlegen das Buch über ein Jahr lang in seine Elementarteilchen. Täglich findet man dann 10 Tweets jeweils zur vollen Stunde, um 9 Uhr morgens geht es jeweils los.

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Die Twitter-Fassung bildet das „unbehandelte“ Manuskript ab, eine lektorierte Fassung folgt voraussichtlich im Herbst als Buch und iPhone/iPad-E-Book über den jungen Verlag Motu One.

Ich freue mich sehr darüber, dass der „Flügelschlag“ nach etlichen Irrungen und noch mehr Wirrungen nun in die Öffentlichkeit gelangt, fast genau fünf Jahre nach Buchpremiere von „Mein Leben mit Mitsu“. Ursprünglich wollte der Brandneu-Verlag „Im Schatten des Flügelschlags“ bereits 2006 auf den Markt bringen – Mitsu sollte das einzige gedruckte Buch des engagierten Verlegers bleiben.

Es ist ein eigenartiges Gefühl, das Buch in einzelne Sätze und Satzfragmente aufzuteilen. Jeder Satz über Twitter ist nun betont, steht für sich - aus dem Roman wird eine andere Form, eine Zwischenform.

„Er war ein Mensch, der selten einen Gedanken loslassen konnte, um einen neuen zu fassen.“ (5. Mai 2010 um 15 Uhr)

[Update] Marc-Michael Schoberer vom Gutenberg.blog hat einen schönen Artikel über das Projekt veröffentlicht.

[Update 2] Eine kleine Diskussion hat sich beim Kollegen Ronald Puhle auf Mausmaler entwickelt: Ist der Twitter-Roman ähnlich „blödsinnig“ wie die – gedehnte – Umsetzung eines John Cage-Stückes? Irgendwie mag mich dieser hinkende Vergleich begeistern.
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Wo ist Mitsu

Letzte Chance und eine Träne zum Abschied: In wenigen Tagen verschwindet die Seite Wo ist Mitsu aus dem Internet, die mein damaliger Verleger Christian Arzberger mit viel Liebe zum Detail gestaltet hat. Immerhin war sie über ein Jahr nach Verlagsende noch erreichbar.

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Mitsu wieder bei Amazon

Erst war sie weg, nun ist sie wieder da. „Mein Leben mit Mitsu“ lässt sich über den Amazon-Marketplace wieder erwerben. Die bisherigen Rezensionen sind komplett, dafür fehlen einige andere Angaben. So führt zum Beispiel eine Suche nach dem Autor derzeit noch ins Leere, Buchbeschreibung, Seitenzahl und der Verkaufsrang fehlen ebenfalls.
Aber das sind Nebensächlichkeiten gegen die Freude darüber, dass „Mitsu“ wieder aufgetaucht ist!




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Das Ende (m)eines Verlags - ein Nachruf auf Brandneu

Zusammen mit dem Jahr 2008 endete auch etwas anderes: Der Brandneu Verlag, dessen einzige Buchpublikation „Mein Leben mit Mitsu“ blieb, ist abgewickelt, die Webseite abgeschaltet und das Buch nicht mehr über Amazon und die GVA-Verlage erhältlich.

Rückblick: 2005 bereitete ich ein Interview für eine Mac-Zeitschrift mit der Illustratorin Iris Luckhaus vor, die gleichzeitig und unabhängig von mir mit dem jungen Verleger Christian Arzberger in Wuppertal sprach - dieser konnte sie für seinen frischen Verlag Brandneu gewinnen. Ursprünglich sollten zwei andere Bücher dort erscheinen, bei dem einen entschied sich die Autorin, doch bei ihrem Hausverlag zu bleiben, die andere hatte ihr Buch noch nicht fertig und empfahl mich. Wie Iris Luckhaus auch. Ab dann ging alles sehr schnell, wir arbeiteten intensiv an der Realisierung von "Mein Leben mit Mitsu" – das Interview mit Iris ist nie erschienen, dafür das kleine Büchlein, das Ende Mai 2005 mit einer denkwürdigen Buchparty der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ich danke hier jedem noch Mal ausdrücklich, der dabei war!

Vor allem die Zusammenarbeit mit der GVA-Verlage erwies sich als Glücksgriff, Mitsu erreichte über deren Verlagsvertreter die Buchhandlungen, die Verkäufe liegen insgesamt im vierstelligen Bereich. Ein Filmagent nahm das Buch ins Programm auf und machte es zum Haupttitel auf der Berlinale, ein Vorvertrag mit einer Lizenzausgabe im Ausland ist geschlossen. Nicht ganz so glücklich verlief die Verlagsgeschichte. 2006 erhielt Brandneu Verstärkung durch einen Finanzier, nach einigen Differenzen bei der zukünftigen Ausrichtung ging diese Zusammenarbeit zu Ende. In den letzten zwei Jahren gab es dann immer wieder Hoffnung auf eine Weiterführung des Programms, das aber nicht mehr zustande kommen sollte. Opfer ist unter anderem mein Roman „Im Schatten des Flügelschlags“.

Die komplette Auflage von Mitsu, insgesamt 3000 Stück, ist noch nicht verkauft. Wie es weitergeht? Ich weiß es nicht. Im Moment scheint man das Buch neu ausschließlich über Ebay beziehen zu können. [Update: Über den Amazon Marketplace ist Mitsu ebenfalls wieder erhältlich.] Der Flügelschlag-Roman ist fertig, der nächste, an dem ich kontinuierlich weiterarbeite, konnte ich nun ungefähr zur Hälfte fertigstellen, das Rohmaterial reichte sogar für mehrere Bücher.

Ich möchte zum Schluss Christian Arzberger danken, für Enthusiasmus und die vielen gemeinsamen Arbeits-Stunden, die „Mein Leben mit Mitsu“ ermöglicht haben. Für mich ist die Entstehungsgeschichte und das Büchlein ein „kleines Wunder“. Vielleicht sieht man Mitsu an anderer Stelle in einer anderen Form wieder. Wer weiß das schon. Vielleicht winkt sie einem dann zu, mit ihrer roten Kühltasche in der Hand. Aus dieser lugt - da bin ich mir sicher - der Leguan hervor. Ich werde ihm zuhören, denn er hat bestimmt viel zu erzählen. Von Vögeln, die die Welt verschieben, von Zügen, die an fremden Orten halten, von der Liebe und der Sehnsucht nach einer guten Nudelsuppe.

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Bachmann-Preis - Nachbetrachtung

Zugegeben, dieses Jahr habe ich das Literaturspektakel um den Bachmann-Preis nur am Rande mitverfolgen können. Immerhin hatte ich noch den ersten Tag zur Hälfte in voller Länge mitbekommen - und es war grausam. Gleich der Auftakttext war eine Katastrophe, welcher die Frage aufwarf, ob niemand die Texte vor der Lesung lektoriert. Es ging so weiter, nach den ersten vier Stunden Bachmann-Preis stellte sich bei mir Lustlosigkeit ein und das Gefühl, auf die noch folgenden verzichten zu können.

Das Prozedere des Bewerbs selbst hat sich nicht geändert, dafür gab es einige Änderungen. Die erneute Verkürzung tut dem Bewerb nicht gut und reduziert die Möglichkeit, auch Texte abseits des literarischen Mainstreams auszuwählen. Die Jury wirkte überfordert, die Preisvergabe hilflos - auch wenn Publikumspreis und Kritikerpreis wieder zusammenfielen. In der groben Übersicht blieb ein Eindruck zurück: Die Literatur schwimmt und ist dabei, unterzugehen. Groschenromane im Hardcover bestimmen die Verkaufsregale des sich weiter auf wenige Größen konzentrierenden Buchhandels – Manuskripte, die voraussichtlich zu kleine Auflagen erreichen, weil sie kein Genre bedienen, werden an kleine Verlage durchgereicht. Relevante Literatur teilt inzwischen das Schicksal der Lyrik, deren Leserschaft auf 500 interessierte Käufer geschätzt wird - selbst größere Verlage verkaufen nicht mehr jedes Buch vierstellig.

Das wird sich fortsetzen, für Kulturpessimismus ist aber kein Platz. Im Gegenteil: Die Fülle hat zugenommen, gegenwärtige Autoren konkurrieren mit dem, was geschrieben wurde: Es gibt mehr Werk als genug, um ein Leben zu füllen. Lediglich die Hoffnung auf Unerhörtes und die eine wesentliche Stimme, die zu einem spricht und die Nerven reizt, lohnt die Suche. Eine tragische Suche. Was der Literatur und nicht nur der deutschen Literatur fehlt, sind authentische Stimmen, die sich aus Erleben und Haltung speisen sowie eine eigenen Form- und Sprachgebung finden. Ein Problem mag die Schwierigkeit sein, in der Form etwas Neues zu schaffen. Lediglich die „Wiedererfindung“ findet man, verbunden mit der „Wiederentdeckung“. Experimente mit Hypertext sind ebenso abgehakt wie Blogs als Medium, die man in Buchform überführen könnte – eher Erfolg haben bestellte Bücher von Autoren, die in der Blogosphäre bewiesen haben, dass sie ein Publikum bedienen können.

Der aktuelle Buchausstoß ist gigantisch. Auch das schmälert die Bedeutung des Bachmann-Preises. Eine Kontinuität des Werkes wirkt künstlich, weil der Wandel unabdingbar ist, die medial wirksame Vermarktung aber die Unwandelbarkeit voraussetzt. Die Selbst-Neuerfindung kämpft mit der Publikumserwartung, eine Verweigerung der Medienwirksamkeit wird dabei selbst – kurzfristig und folgenlos – zum medialen Ereignis: Peter Licht im letzten Jahr, in diesem Jahr verweigerte ein Autor das Videoportrait. Diese Verweigerung war ein größeres Ereignis als der Text, der zur Besprechung stand.

Wohin steuert also der Preis und die deutschsprachige Literatur, die er abbilden will? In ein Genre, das im besten Fall ein gutes Gefühl vermitteln kann. Anspruchsvolles habe angeblich einen Platz und ein Publikum. Kritiker und Autoren aber wissen, dass dies eine Lüge ist. Buchhändler und Verlage wissen dies schon sehr viel länger. Eine angemessene Haltung könnte die Resignation sein. Diese bestimmte, so weit ich beobachten konnte, das Jahr 2008 des Bachmann-Bewerbes.
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Joachim Grünhagen: 27.6. in Hannover

Die lange Blogpause hat ein vorläufiges Ende - ein neuer Lesetermin steht an. Am Freitag den 27. Juni findet zum 80. Geburtstag meines „Dichtervaters“ Joachim Grünhagen eine Veranstaltung im Kanapee Hannover statt: „Mitten im Wort wohne ich“ beginnt um 18 Uhr in den gemütlichen Räumen des Kanapees in der Edenstraße 1, eine Platzreservierung ist dringend zu empfehlen. Gutes Sitzfleisch sollte man bei dem umfangreichen Programm ebenfalls mitbringen.

Joachim Grünhagen hat 1984 die Gruppe Poesie gegründet, bis heute stehen 21 Einzelveröffentlichung und 185 Anthologie-Beiträge in seinem Portfolio. Wahre Größe zeigte Grünhagen auch bei der Mitgründung des „Klubs Langer Menschen“. Was dürre Daten nicht wiedergeben können: Joachim Grünhagen gehört zu den Menschen, die mit Leib und Seele im Wort wohnen und andere mit offenen Armen das Haus der Poesie einladen.

Wegen der Lesung fällt an dieser Stelle ein anderer Termin aus, ein Live-Blog der Ingeborg-Bachmann-Preis-Lesungen wird es dieses Jahr nicht geben.
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Mitsu auf Amazon Japan [Update]

Mitsu ist „angekommen“ – zumindest auf dem Marketplace von Amazon Japan bieten zwei Händler Mein Leben mit Mitsu an. Umgerechnet etwas über 12 Euro zuzüglich Porto verlangen die Verkäufer, was erstaunlich günstig ist. Immerhin hat sich jemand die Mühe gemacht, das Buch dort einzustellen, allerdings mit dem eBook-Cover. Was immer das zu bedeuten hat - mein kleines Herz ist erfreut.

[Update] Inzwischen sind es vier Anbieter - unter anderem auch Amazon Japan direkt. Erstaunlich. Schön.
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Bachmann Fazit und Preise

Meine Reihenfolge

1. Lutz Seiler
2. Thomas Stangl
3. PeterLicht

Glaskugel „Preise“

1. Lutz Seiler
2. PeterLicht (+ Publikumspreis)
3. Jochen Schmidt
4. Jan Böttcher

Tatsächliche Preise

1. Lutz Seiler (Bachmann-Preis)
2. Thomas Stangl (Telefonanbieterpreis)
3. PeterLicht (3sat-Preis)
4. Jan Böttcher (Ernst-Willner-Preis)
5. PeterLicht (Publikumspreis)

Huch. Meine Reihenfolge war akkurater als die Glaskugel. Lutz Seilers Romananfang war nicht nur hinreißend, sondern das einzige Stück, das die Anmerkung „Weltliteratur“ verdient. Etwas enttäuscht bin ich, dass Jochen Schmidt leer ausging, positiv überrascht, dass Thomas Stangl den 2. Platz erobern konnte. Damit wurde ein Text ausgezeichnet, der ganz und gar nicht massenkompatibel ist. Corino trat natürlich wieder nach und bezeichnete die Wahl zwischen Thomas Stangl und PeterLicht als Wahl zwischen Pest und Cholera. Eine absolute Entgleisung.
PeterLicht holte sich wie zu erwarten war den Publikumspreis, Jan Böttcher den Ernst-Willner-Preis.
Da PeterLicht sich noch immer nicht zeigen mag, nimmt Wolfgang Farkas von Blumenbar die Urkunde kurz und schmerzlos in Empfang.

Anmerkungen zur Jury

Iris Radisch
Hatte für mich dieses Jahr ihr Jahr, auch wenn es zum offenen Schlagabtausch mit Corino kam. Früher hatte ich das Gefühl, ihr beim Denken zuzuhören. Dieses Jahr waren ihre Kritiken meist auf dem Punkt.

Karl Corino
Hat keine Lust mehr und wirkt wie ein Fremdkörper. Brachte etwas Aufregung hinein und bekam von Iris Radisch (zurecht) einen auf den Deckel.

Martin Ebel
Der Teddybär unter den Kritikern, farblos.

André Vladimir Heinz
Ich mag den Kerl, manche seiner Beiträge waren echte, etwas abgehobene Highlights. Eine wichtige Ergänzung.

Ursula März
Auch wenn ein Gentleman nicht genießt sollte er manchmal schweigen.

Ijoma A. Mangold
Toller Name, kein schlechter Auftritt.

Klaus Nüchtern
Hat mir sehr gefallen.

Ilma Rakusa
Sie geht etwas unter, ihre Kritiken meandern, am Ende weiß man oft nicht mehr, was sie eigentlich sagen wollte.

Daniela Strigl
Zuverlässig, blieb aber auch dieses Jahr unter ihren Möglichkeiten.


Fazit

Der dieses Jahr männerdominierte Bewerb war insgesamt OK. Lutz Seiler lieferte einen Text ab, der auf Weltliteratur-Niveau liegt. Ein Höhepunkt war auch die Geschichte und der gesichtslose Vortrag von PeterLicht, der aber mit Abstand etwas verliert. Peter Stangl war für mich eine Überraschung, weil ich diese Art Texte sonst nicht so schätze. Die Kritikerdiskussionen blieben meist etwas leblos, waren aber nicht so mäandernd selbstdarstellerisch und/oder arrogant wie in manchen Jahren zuvor. Insgesamt hat es Spaß gemacht, es war eine teilweise wilde und bunte Mischung verschiedener Textsorten. Es dürfte für jeden etwas dabei gewesen sein, außer für ausschließliche Genre-Leser.
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Bachmann Round Three

Dieser Eintrag wird laufend ergänzt/aktualisiert.
Der Kommentar zum jeweils vorgetragenen Text entsteht vor der Rezeption Jurydiskussion.


Der letzte Tag. Es geht weiter mit

9 Uhr
Jan Böttcher
Eine präzise erzählte Geschichte, die Höhepunkte liegen in kleinen Beschreibungen, wie gleich am Anfang:
Für Oktober stand der Fluss recht hoch, Wind riffelte das Wasser auf, und die Strömung zog die Fähre anfangs so stark flussabwärts, dass sie in einer Kurve auf den östlichen Anleger zuarbeiten musste. Der satte Bass des Dieselmotors strömte ihm in die Füße, unruhig hob und senkte sich vor ihm der Bug.
Es gibt einiges zu entdecken. Auf der Handlungsebene sehe ich Schwächen, denn in dieser „Geschichte vom Nichts“ werden zu viele Motive angeschnitten, die in der Luft hängen und so klischeehaft wirken. Man merkt dem Text die Schreibbewegung an.

Die Kritiker sind insgesamt angetan, aber nicht ganz und gar überzeugt.

10 Uhr
Björn Kern
Zwiegespalten. Es geht einiges (fast alles) schief in dem Text, gleich der Anfang stimmt nicht: „Elsa Lindström lauschte seit Stunden der Stille, diesem leise surrenden Nichts“
Ein m. E. unnötiger Perspektivwechsel in der Mitte, zu viele viel zu aufdringliche, ungenaue Bilder. Trotzdem hat die Geschichte etwas, trotz heftiger Mängel ist da etwas, das erzählt werden muss (innere Notwendigkeit der Geschichte) und in Ansätzen auch gelingt.

Vollverriss.

11 Uhr
Thomas Stangl
„Der Leser als Komplize“ – das gefällt mir.
Sätze wie Klapperschlangen, die sich durch das Gebüsch der Kindheit und Gegenwart schlängeln. Wien. Alles, was man an der Wiener Caféhausliteratenkultur hasst und liebt, ist hier. Die Lesezeit von einer halben Stunde begrenzt den uferlosen Text. Ich mag ihn. Die Kritiker dürfen die Ästhetik behalten.

Hat mit Abstrichen gefallen.

12 Uhr
Martin Becker
Nicht schlecht, auch der Vortrag, aber nicht mein Fall. Sprachlich gut, eine relativ „einfache“ Erzählung, in der mir aber fehlt, was mich interessieren könnte. Schoßhündchenhaft.

Die Kritiker sind teilweise angetan, wenn auch nicht gerade euphorisch.
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Bachmann Round Two

Dieser Eintrag wird laufend ergänzt/aktualisiert.
Der Kommentar zum jeweils vorgetragenen Text entsteht vor der Rezeption Jurydiskussion.


Gleich geht es wieder los. Die Nacht war etwas zu kurz, in meinem Kopf nisten zwei Buntspechte.
Einer der Tage, an dem der Kaffee auch nichts nutzt. Falls ich irgendwann mal in Klagenfurt lesen sollte - bitte nicht am zweiten Tag oder dritten Tag um 9 Uhr!

9 Uhr
Silke Scheuermann
Vielleicht liegt es an den Buntspechten; aber der Text kann sie nicht vertreiben. Der Anfang ist bereits fragwürdig, aber möglich, wenn die bemüht originellen Beschreibungen hinterlegt werden. Werden sie nicht, oder ich habe etwas übersehen (natürlich ist genug Futter für die Kritiker angelegt, ist ja schließlich Klagenfurt). Völlig daneben gehen die künstlichen, langweiligen Dialoge.
Zitat: „Es war, als hätte sie stellvertretend für mich gebüßt, das war nicht fair, aber es fühlte sich an wie eine Lösung. Ich meine: die Lösung in einer Geschichte, die nicht fortgesetzt werden muss.“

Zustimmung. Ich brauche noch mehr Kaffee.

Langsam wird mir das unheimlich. Iris Radisch spricht mir aus der Seele, wenn sie die Sprache vom Inhalt löst und kritisiert. Der Text ist umstritten, ein Teil der Kritiker fällt m. E. auf das oben erwähnte Futter rein.

10 Uhr
Ronald Reng
Die Lesung lasse ich links liegen (ich komme mit der Vortragsart gar nicht klar) und konzentriere mich nur auf den Text am Bildschirm. Der Prolog eines Romans. Das Setting, ein Hotel, gefällt mir. Nach Scheuermanns Klischeerollenprosa gefällt mir auch die anfangs klarere Sprache. Aber je weiter der Text vor sich geht, umso lauter hacken wieder die Buntspechte. Würde ich den Roman lesen wollen? Nein. Auch hier gibt es übrigens wieder ein bisschen Blut. Vielleicht spüren die Autoren, dass ihre Texte ansonsten blutleer blieben.

Die Kritiker mögen den Text ebenfalls nicht. Damit startet der Tag mit zwei Geschichten, die sich im Scheitern seltsam verwandt sind.

11 Uhr
Dieter Zwicky
Ich bin auf der Suche nach Aspirin. Irgendwo müssen noch zwei sein.
Ok, ich kann dem Text jetzt nicht gerecht werden. Musikalität hat er, liebenswerte Bilder, der Schluss ist brillant: Auf den Hauptpfaden warten gähnende Pferde. Kühe mit erhobenem Schwanz gibt es nur anderswo.

Die Jury ist geteilter Meinung, insgesamt aber eher positiv gestimmt.

12 Uhr
Michael Stavaric
Inzwischen habe ich sowohl das Aspirin gefunden, wie auch das reale Leben abseits des Bildschirmes verdaut. Den Text von Michael Stavaric noch nicht ganz. Er besteht aus Schlüsselreizen, also viel Sex, Anspielungen, Kopf, viel Kopf, nur Kopf, Kopfschmerzen. Die Fassung des heutigen Vormittags trifft auf meine Verfassung, die völlig unverträglich sind. Im Moment laste ich das mir an, nicht dem Bewerb. Es gibt eine Spur bei Stavaric, die ich interessant finde. Der Stoff, unter dem das nackte Fleisch liegt, wirkt aus manchen Blickwinkeln transparent, im nächsten wieder blickdicht.
Waren das wirklich Aspirin vorhin?

Auch die Kritiker tanzen um das goldene Kalb dieser sehr österreichischen Textur, die Meinungen streben auseinander.

15 Uhr
Milena Oda
Ein Text, der durch die Literatur stampft. Nicht uncharmant, aber es ist noch nicht da: die Geschichte, die Ausformung, das, was über das Spiel des „Schriftsteller seins“ führt. Vielleicht später, vielleicht erschließt sich dieser Romanauszug erst mit dem, was davor oder danach steht. Vielleicht auch nicht.

Die Juroren, bis auf den Pflichtverteidiger, stechen Nadeln in den Luftballon, der trotzdem nicht platzen will. Die Diskussion machte den Text trotz Vernichtungswunsch größer als er ist.

16 Uhr
Kurt Oesterle
Wieder ein Romanauszug, in dem die Prämisse geschwätzig/deskriptiv ausgebreitet wird. Gekonnt, aber verstaubt. Je weiter sich der Text wälzt umso schwerer fällt es mir, dem Autor folgen zu wollen. Nicht mein Fall. So überhaupt gar nicht.

Die Kritiken sind ok, nicht euphorisch, aber der Romananfang wird auch nicht in den Boden gestampft. Etwas lauwarm.

17 Uhr
PeterLicht
Das erste gute Video. Der erste überzeugende Text an diesem Tag. PeterLicht, der sein Gesicht dem Fernsehen verweigert, rettet mir (und bestimmt auch anderen) den Wettbewerb. Ein wenig ist es die bessere Version von dem, was Jochen Schmidt gestern versucht hatte. Kann man eigentlich von einem Passig-Prinzip sprechen? Vielleicht übertreibe ich auch, aber – egal.
Wird einen Preis gewinnen. Mindestens einen.

Ach ja, fast vergessen. Die Juroren waren ebenfalls nahezu restlos hin und weg.


Damit schließt sich der zweite Tag. Es regnet, leise. Ein wunderbares Geräusch nach den Wortschauern heute.
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Bachmann Round One

Dieser Eintrag wird laufend ergänzt/aktualisiert.
Der Kommentar zum jeweils vorgetragenen Text entsteht vor der Rezeption Jurydiskussion.

9 Uhr
Jagoda Marinic
Es stimmt, was Hanns-Josef Ortheil gestern in der Eröffnungsrede sagte. Wer beim Video versagt braucht gar nicht erst zu lesen.
„Ohne das Wort würde es keine Bücher geben.“ Der anschließende Text bestätigt alle Vorurteile, die man von Klagenfurt haben kann. Selbstbezügliches Geschwurbel, leblose Künstlichkeit, Metaebenen mit der Bohrmaschine in Butterkäse geschraubt, ein Emmentaler wird trotzdem nicht draus, übrig bleibt nur ein löchriger Textkäse.
Einen guten Satz gab es allerdings, auch wenn ich diese Meinung mit Frau Radisch teilen muss:
Ich komm aus der Kleinstadt, Paul, wir vögeln unsere Pinguine noch selbst, dafür muß ich keine Filme sehen.

Die Jury hat den Text dann auch höflich begraben.

10 Uhr
Christian Bernhardt
Es wird besser. Der Text gefällt mir, kein Wunder, denn er erinnert mich manchmal etwas an „Mitsu“,wenn z. B. im Baumarkt die Werkzeuge in Gut und Böse aufgeteilt werden. Die Überlegung, asiatisch zu kochen, taucht auch auf. Daneben gibt es viel Busen, viele Küsse, schöne „was wäre wenn“-Gedanken. Kritik: das Absurde funktioniert nicht richtig, für mich kommen Form und Inhalt nicht ganz zusammen, der Charakter wird nicht lebendig, das „Ich“ stimmt nicht. Etwas nervös vorgetragen, was die Sache aber nicht unsympathischer macht.

Die Kritiker waren geteilter Meinung, bemängelt wurde vor allem das mangelnde Tempo.

11 Uhr
Jochen Schmidt
Jochen Schmidt versprüht seinen etwas naiven, knuddeligen Charme üblicherweise auf Berliner Lesebühnen. Seine Lesungen machen Spaß.
Nun also Klagenfurt. Er beginnt äußerst angespannt, die sonstige Lockerheit fehlt völlig, was auch den Text angestrengt wirken lässt. Mein Eindruck: er hat versucht, Passig in den Weltraum zu verlegen. Das klappt nicht.
Beispiele für eine bessere, aber immer noch lauwarme Stelle:
Viele seiner nomadisierenden Kollegen rasierten sich vor der Abfahrt ein Bein, man habe dann das Gefühl, neben einer Frau zu liegen, was der Einsamkeit langer Nächte in Hotels die Spitze nimmt.

Es bleibt eine bemühte Klagenfurtgeschichte. Schade. Ich schlage Jochen Schmidt trotzdem für den Wilbur-Preis für das beste sprechende Pferd vor.

Die Jury war fast völlig begeistert, auch wenn die Ähnlichkeit zu Passig bemerkt wurde. Nun, und die Vokabel Charme tauchte natürlich auch noch auf.

12 Uhr
Andrea Grill
Zu dem Text möchte ich eigentlich nichts sagen. Die Vokabel „artifiziell“ fällt mir ein, ich werde ständig „hinausgeschmissen“, wie z. B. bei diesem Satz:
Die Freundin meiner Mutter ist eine stille Puppe mit lebhaftem Blick. Nein, keine Puppe, eine Elfe ist sie.
Einfach nicht mein Fall.

Nun, die Jury hat das gleiche Problem wie ich und quält sich.

Die Pause ist vorbei, es geht weiter.

15 Uhr
Jörg Albrecht
Stakkato. Eine Art junger Woody Allen (äußerlich) mixt und mischt. Literatur als Musikvideo mit mindestens 160 bpm, teilweise arbeitet Albrecht mit Sprachverfremdungen, kurzen Geräuschcollagen usw. Lässt sich, ohne den Text gelesen zu haben, nicht beurteilen. Auf die Diskussion bin ich gespannt.

Nach der Diskussion hat man den Eindruck, dass man den Text auch kaum beurteilen kann, wenn man ihn (mehrfach) gelesen hat.

16 Uhr
Fridolin Schley
Der Name des Protagonisten, Brand, erinnert mich an „Brand´s Heide“. Die Sprache ist behäbig, etwas altmodisch:
Schon immer habe er Strände gewissermaßen als Zauberorte empfunden, so groß sei das Gefühl der Entspannung, ja der gänzlichen Befreiung von aller Last, sobald er die ersten Schritte barfuß durch den von der Sonne erhitzten oder von einer verebbten Flut geglätteten und vom trocknenden Salz verkrusteten Sand mache, dabei sacht absinke, auf angenehme Weise mühevoll nur vorwärtskomme.
Vielleicht nach dem Buzzwordgewitter des vorherigen Vortragenden etwas unglücklich, aber mit diesem Text hier kann ich so rein gar nichts anfangen. Auf mich wirkt diese Literatur so tot wie ein Nudelholz.

Die Meinungen gehen auseinander. Der Bezug zu „Rolf Dieter Brinkmann“ wird hergestellt, der zentrale Konflikt bleibt: manche finden tote Texte toll, andere weniger.

17 Uhr
Lutz Seiler
Wie man eine langsame Sprache einsetzen kann, aus der heraus Bilder entstehen, zeigt diese Geschichte. Kein Klagenfurttext, sondern ein sehr viel versprechender Ausschnitt aus einem Roman. Für mich sprachlich der beste Text des heutigen Tages, ein versöhnlicher Abschluss.

Die illustre Kritikerrunde hebt ebenfalls die stilistische Brillanz hervor. Fein.

Damit schließt der erste Tag.
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Der Bachmann-Bewerb



Der alljährliche Bachmann-Bewerb wirft wieder seine langen Wortschatten aus.
Seit ca. 100 gefühlten Jahren verfolge ich diesen Wettbewerb regelmäßig (Mr. Karasek war noch dabei), was nach Abschaffung meines Fernsehers auch über Internet möglich war und ist.
Der Nachteil: man muss auf die 3sat-Gespräche zwischen den Lesungen verzichten. Der Vorteil: wenn das Fernsehen ausblendet bleibt man „dran“ und bekommt die Diskussionen vollständig mit.
Und hier ist der Link.

Im Augenblick läuft die Eröffnung, ab dem morgigen Donnerstag um 9 Uhr die einzelnen Lesungen mit anschließenden Diskussionen. Liveblogging wird, allein zeitlich, nicht klappen; einige Eindrücke wird es schon geben, so lange mir der Himmel nicht wieder auf den Kopf fällt (wie so oft in letzter Zeit).

Mehr aus dem Nudelsuppen-Studio also in Kürze.

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Nach der Lesung ...

... ist vor der Lesung. In der ehrwürdigen Südstadtbibliothek in Hannover (Krausenstr. 10) präsentiert sich am Donnerstag den 14.6.2007 ab 19 Uhr die gesamte „Gruppe Poesie“ mit 7-Minuten-Lesungen. Es sind fast alle Autoren präsent, besonders freue ich mich aber auf die Mitstreiter von der Theaterbühne 2005.

Die Südstadtbibliothek ist so etwas wie mein „Lesewohnzimmer“ in Hannover, wie oft ich dort inzwischen aufgetreten bin kann ich nicht mehr zählen. Liebevoll gestaltet waren alle Lesungen, und auch dieser Donnerstag wird keine Ausnahme sein. Wer also zufällig Zeit und Lust hat ist herzlich eingeladen, der Eintritt ist kostenlos. Das Thema lautet: „Welt, die außen zerfällt, wenn wir sie innen nicht mehr spüren“.
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Leseratten in Hameln

Donnerstag, der 7.6.2007, 6 Uhr morgens.
Der Wecker klingelte. Ich schaute ihn ungläubig an. Egal, 4 Stunden Schlaf mussten reichen, Ich hüpfte aus dem Bett, packte meine Manuskripte nebst ca. 400kg Gepäck ein und erwischte die U7 Richtung Spandau. Von dort mit dem IC nach Hannover. Viel Zeit, um noch mal die Lesung durchzugehen. Ich dachte mir sogar einen Brüller für die Einführung aus, aber dazu später. Inzwischen war es halb elf, ich wuchtete mein Gepäck in eins der Cafes am Bahnhof und trank eine selbsgemachte Birnenlimonade mit vielen Birnenstücke, die im Strohhalm stecken blieben. Es war heiß, gefühlte 50 Grad im Schatten. Wenig später traf ich meinen Verleger, Christian Arzberger, eine Zigarettenlänge später tauchten Mutter und Tochter auf, um uns sicher nach Hameln zu transportieren. Im unklimatisierten Auto stieg die Temperatur nun auf gefühlte 75 Grad.

Hameln. Kein Stau, ein leerer Parkplatz, 10 Minuten Fußweg und wir waren am Ort des Geschehens, der Erlebniswelt Renaissance. Im fast gästebefreiten Café sollte die Lesung stattfinden. Kurze Diskussionen, ob draußen oder drinnen, die Lesung sollte dann doch draußen sein und ein Techniker dafür die benötigte Anlage mitbringen. Der Techniker war wohl da, aber gleich wieder weg – mitsamt der Anlage. Ich machte kurz einen Konkurrenzgang zu Sebastian Fitzek, der in der Sparkasse um die Ecke zeitgleich mit mir lesen sollte. Der Knut unter den Autoren war auch da und sah fröhlich aus. Die ersten Fans sammelten sich auch schon.

Mutter und Tochter verteilten Mitsu-Postkarten in der Fußgängerzone, um vielleicht doch noch den ein oder anderen Kaufrauschenden zu einigen Minuten Literatur zu überreden. Inzwischen baute mein Verleger draußen einen Büchertisch auf, ich verschwand auf der Toilette. Das Wasser verdampfte bevor es die überhitzte Haut erreichen konnte. Als ich zurückkehrte große Aufregung, der Innenraum war voll: insgesamt knapp 30 junge Menschen tummelten sich dort, ich setzte mich auf den Hocker, kämpfte mit Mikrofon und Buch und freute mich wie ein Schnitzel über die zahlreichen Mitsu-Fans. Wer denn das Buch schon kenne, fragte ich. Niemand. Ich brachte meinen vorbereiteten Brüller: „Dass ich mich freue, im Renaissance-Haus zu lesen, aber inzwischen eher im Barock angekommen wäre.“
Keine Reaktion. Ich begann mit dem Text „Sushi“, danach folgten einzelne, zusammengewürfelte Auszüge aus Mitsu. Bei Hana und dem Inhalt der Kühltasche gab es erste Reaktionen, verhaltenes Lachen. Mir war heiß und ich war noch immer unsicher, ob meine Texte ankommen. Nach ca. 25 Minuten beendete ich Mitsu und las eine Kolumne aus Lovebits. „Gelbe Tage“. Es lief etwas besser. In der Kolumne geht es unter anderem um Männer mit Hornbrille, von denen ich ständig angesprochen werde, und ein Mann im Publikum ließ seine Hornbrille dezent verschwinden. Als ich fertig war fragte ich, ob es Fragen gäbe, Anmerkungen, Kritik – keine Reaktion. Ich erklärte, dass es auch eine blöde Idee sei, Autoren reden zu lassen. Wenn sie gut reden könnten würden sie nicht schreiben. Ein blondes Mädchen kicherte. Ich würde dann einfach weiter vorlesen, schlug ich vor. Keine Reaktion. Ich wertete das als Zustimmung und schloss die Lesung mit „Geko“ ab.
Die ganze Wahrheit erfuhr ich danach: meine Tochter hatte eine Schulklasse auf der Straße aufgegabelt, und der peinlich berührte Mensch mit Hornbrille war der Lehrer.

Bis zur nächsten Lesung hatte ich eine halbe Stunde Zeit, ich schlenderte die paar Meter zum Museumscafe hinüber, wo Silke Porath nicht nur von mir erwartet wurde. Es dauerte auch nicht lange, bis sie auftauchte, kurze, aber umso herzlichere Begrüßung. Da ihre Lesung gleich beginnen sollte und mein zweiter Einsatz ebenfalls kurz bevorstand schlich ich mich wieder zurück. Ich erfuhr, dass die Geschichte mit dem Techniker sich wiederholt hatte, Marcus von der Erlebniswelt improvisierte, stellte Boxen ins Fenster und drückte mir das Mikrofon in die Hand. Inzwischen waren Daniel Biester vom Literaturreport, Steffie, Sarah und Bianca eingetroffen. Daniel hielt eine mitreißende Einführungsrede, ich stellte mich zwischen die Tische, verzichtete auf meinen Brüller und legte gleich mit „Sushi“ los. Die ersten Gäste ergriffen die Flucht. Dafür gab es nach jeder Szene Applaus von den drei Schönen und einem Pulk reizender, junggebliebener Menschen. Zwischendurch läuteten Glocken, die Hitze nahm zu. Nun waren es bereits gefühlte 90 Grad im Schatten. Nach einer kleinen Pause gab es zum Abschluss wieder die zwei Kolumnen, ich entschuldigte mich, inzwischen etwas schlauer geworden, präventiv bei allen Menschen mit Hornbrille und karierten Hüten. Dieses mal blieben alle, es wurden sogar Bücher verkauft, und ich versuchte wieder, als Signatur Katzen zu zeichnen. Das Tier wurde wahlweise als Hund oder Eule identifiziert, auf „Katze“ kam überhaupt niemand.

Inzwischen waren auch Silke Porath und Gatte anwesend, die verzweifelt versuchten, Essen zu bestellen. Manche Gerichte gab es noch nicht, bei anderen stellte sich heraus, dass es keine Tomaten gab, die dann aber doch auftauchten. Etwas später stellten mein Verleger und ich fest, dass wir ebenfalls feste Nahrung benötigen könnten. Ich bestellte die Pizza mit Rucola ohne Rucola, ohne Rucola klappte, nur leider war der Parmesan aus. War er dann aber doch nicht. Ein guter Freund von mir tauchte auf, der die Lesezeiten irgendwie durcheinanderbekommen hatte, bestellte sich ebenfalls eine Pizza Rucola ohne Rucola und mit Parmesan, die tatsächlich irgendwann den Ort der hungrigen Mägen erreichte. Inzwischen war es spät geworden, wir setzten uns in Bewegung, um wenigstens die letzte Lesung des Tages nicht zu verpassen, Silke Porath im Kino. Wir stellten fest, dass Hameln doch nicht so klein ist wie wir dachten.
Um es kurz zu machen: Silke Porath las großartig, vor allem der Ausschnitt aus „Der Bär auf meinem Bauch“ hat mir wieder klar gemacht, warum ich das Buch so schätze.

Inzwischen war es 19 Uhr, das gemeinsame Treffen in den Saunaräumen um die Ecke konnte losgehen. Ich hatte das Glück, die drei supersympathischen Autoren Corinna Luedtke, Monika Detering und Luigi Brogna kennen zu lernen, die drei Schönen waren auch wieder da, und selbst der drohende Hitzetod konnte uns nicht aufhalten. Der allgemeine Wunsch: nächstes Jahr wieder, aber vielleicht doch lieber im Herbst und an einem Wochenende anstatt an einem rummeligen Verkaufstag.
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Die Entstehung eines Hörbuchverlages

Längere Pausen gab es in diesem Blog schon häufiger. Diese Pause war besonders lang, und sie hatte ausnahmsweise nicht nur einen guten, sondern auch einen glücklichen Grund.

Ende letzten Jahres wurde ich darauf angesprochen, ob ich einen neuen Hörbuchverlag mit aufbauen möchte. Ursprünglich ging es lediglich darum, Texte beizusteuern. Das Ergebnis ist „Lovebits“. Danach haben sich dann die Aufgabengebiete ständig erweitert, von Redaktion bis zum Internetauftritt.

Morgen ist dann der große Tag. Die Seite „SinTakt“ geht offiziell online, und morgen wird auch „mein“ Hörbuch endlich aufgenommen. Eingesprochen wird es von Andras Untermann, der in Hannover vor knapp einem Jahr mit seinen großartigen Mitsu-Songs Premiere feierte. Aber besonders freut mich, dass einige von mir bewunderte Kollegen dort veröffentlicht werden. So geht SinTakt hoffentlich über „noch ein Hörbuchverlag“ hinaus und bereichert die Literaturlandschaft.

Ich bedanke mich besonders bei Chris Krohne, der mir diese Chance gab und gibt, Andras Untermann, Silke Porath, Steff Fehrle, Udo Sprengel, Karin Fischer, Inge Lütt und vielen anderen für Rat, Tat und Unterstützung. Und ich bedanke mich mit einer riesigen Entschuldigung auch bei allen, die mein langes Schweigen/Untertauchen wie auch meine temporäre Gereiztheit nicht persönlich genommen haben!

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Verlagssuche – Ein kleiner Leitfaden

Die Frage, wie und wo man veröffentlichen kann, taucht immer wieder auf. Im Netz schwirren dazu unzählige, oft leider falsche Informationen herum. Eine für jeden richtige Antwort gibt es nicht, aber doch einen „üblichen“ Weg. Meine Vorschläge gelten hauptsächlich für Romanmanuskripte und Autoren, die noch nicht veröffentlicht haben.

1. Manuskript zu Ende schreiben
Auch wenn die Verlage/Agenturen meist erst eine Leseprobe haben wollen – das Manuskript sollte fertig sein. Neue Autoren müssen beweisen, dass sie ein Buch auch abschließen können.

2. Manuskript korrigieren
Grammatik, Rechtschreibung. Eigentlich selbstverständlich, aber es gibt Autoren, die ihr Genie nicht durch solche Kleinigkeiten belasten wollen. Sie werden in der Regel verkannte Genies bleiben. Auch eine weiter gehende Überarbeitung schadet dem Manuskript nicht. Die Qualität des eigenen Werkes zu beurteilen ist dagegen kaum möglich, und auch „professionelle“ Manuskriptprüfungen, die viel Geld kosten können, sind eher nutzlos. Erschwerend kommt hinzu, dass wirklich schlechte Autoren meist jene sind, die am meisten von sich und ihrem Werk überzeugt sind. Wer nicht wenigstens ab und zu am Schreiben verzweifelt bringt m. E. die wichtigste Voraussetzung nicht mit: Selbstkritik.

3. Eine Agentur suchen
Literaturagenturen sind der Königsweg. Leider ist es noch schwieriger, als Neuling eine Agentur zu überzeugen, wie einen Verlag zu finden. Aber man sollte generell „von oben nach unten“ arbeiten, denn Agenturen sehen es aus nachvollziehbaren Gründen nicht gerne, wenn der Autor bereits alle Verlage abgeklappert und eine Absage nach der anderen kassiert hat.

Agenturen suchen Manuskripte, die sich verkaufen lassen, denn sie verdienen erst dann Geld, wenn es zum Vertragsabschluss mit einem Verlag kommt. Üblich sind 15% bis 20% an den Einnahmen des Autors. Seriöse Agenturen verlangen niemals vom Autor vorab Geld, weder für Manuskriptbegutachtung, noch für Lektorat oder „Portokosten“ oder, oder, oder. Erst wenn der Autor einen Verlagsvertrag in der Hand hat und Geld verdient, verdient auch die Agentur. Um die für das eigene Manuskript richtige Agentur zu finden sollte man sich die Referenzen anschauen: welche anderen Schriftsteller werden vertreten und wurden veröffentlicht? Passt das eigene Buch in dieses Programm? Und schon wartet wieder Arbeit: gefordert wird ein (kurzes) Exposé und meist die ersten zwanzig bis dreißig Seiten als Leseprobe. Erst wenn diese überzeugt wird das ganze Manuskript angefordert.
Das Exposé´zeigt, in welche Schublade sich das Buch einordnen lässt. Die Leseprobe reicht, um beurteilen zu können, ob das Buch handwerklich etwas taugt und/oder von den Lesern angenommen wird.

Die „Standard“-Seite im Netz mit Adressen von Agenturen ist Uschtrin.

4. Einen Verlag suchen
Ein halbes Jahr später. Die Depression nach der letzten Agenturabsage ist langsam überwunden, aber man ist immer noch überzeugt davon, dass die Welt genau auf dieses Buch gewartet hat. Das Spiel beginnt: die zum Manuskript passende Verlage müssen gefunden werden. Eine sehr gute Anlaufstelle ist die nächste Buchhandlung, eine weitere eine der Buchmessen. Die Idee, dort mit einem Manuskript unter dem Arm einen Lektor zu finden und zu überzeugen, ist nicht neu, funktioniert aber fast nie. Adressen sammeln dagegen schon. Genauso wie die nachträgliche Recherche, ob und wie die Bücher des Verlages präsentiert werden: liegen Bücher des Verlages in der Buchhandlung, werden sie bei Amazon gelistet, mit welcher Lieferzeit, wie präsentiert sich der Verlag auf seiner Webseite, gibt es ein erkennbares Programm, oder werden „Kraut und Rüben“ veröffentlicht?
Wieder werden Exposé und Leseprobe verschickt, nicht bevor jeder Umschlag mit einem feierlichen Ritual dem Briefkasten anvertraut wird.

5. Absagen, Absagen, Absagen
Die Wahrscheinlichkeit, ein gutes Romanmanuskript in einem Verlag zu veröffentlichen, ist hoch. Die Wahrscheinlichkeit, ein gutes Romanmanuskript geschrieben zu haben, dagegen weniger. Das gilt vor allem für Erstlingswerke – wenn man etwas hinter die Kulissen schaut wird man feststellen, dass bereits vor dem „aufsehenerregenden literarischen Debüt“ eine längere Schreibkarriere vorausging – mit vielen unveröffentlichten Versuchen. Auch „Mein Leben mit Mitsu“ ist nicht meine erste Veröffentlichung, und schon gar nicht mein erstes Manuskript. Das ging an „Suhrkamp“, als ich 14 war, und wurde mit einem schönen Schreiben abgelehnt (ich solle mich mal wieder melden). Ansonsten habe ich mich an diese Liste überhaupt nicht gehalten, sondern habe „aktiv gewartet“, bis sich die richtige Verlagstür öffnete. Das hat etwas länger gedauert, aber auch das gehört zum Schreiben: viel Geduld zu haben.

6. Sackgassen
BoD und LuLu machen es einfach, das eigene Werk gedruckt ins Regal zu stellen. Man spart sich die Qualitätsdiskussion und kann sofort ein Buch auf den eh schon überfüllten Markt schmeißen. Was auch viele tun. BoD und LuLu signalisieren dem Leser, dass das Buch für einen „richtigen“ Verlag nicht gut genug war (was auch meistens stimmt). Zudem sind die Bücher auch noch teurer als „normal“ verlegte Bücher, was sie endgültig zum Kassengift mutieren lässt.
Der Begriff Sackgasse mag etwas hart klingen und man wird immer wieder das eine glänzende Gegenbeispiel finden. Diese haben aber den Charakter der Stecknadel im Worthaufen.

7. Fazit
Der Weg zum Buch ist meist beschwerlich, links und rechts warten Fallen, um den Jungautor zu ködern. Die Fallen sind eigentlich leicht zu erkennen: anstatt Geld zu verdienen verliert der Autor mit seiner Leistung Geld, das meist unwiederbringlich verloren ist. Die Veröffentlichungssituation ist eigentlich paradiesisch, was aber auch bedeutet, dass sich immer mehr Bücher um die begrenzte Lesezeit bewerben. Das erste Buch ist also „nur“ eine Zwischenstation. Viel einfacher wird es danach – leider – nicht.
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Aufbau & Mao



Montag Abend. Nach einem langen, ereignisreichen Wochenende hatte ich schon in Gedanken meinen nichtvorhandenen Hund nach den imaginären Pantoffeln suchen lassen, als das Telefon mich aus der Dämmerung meines halbwachen Daseins riss.

„Kommst du mit?“
„Wohin?“
„Medienforum.“
„Stimmt, habe ich vergessen. Was ist da?“
„Weiß ich auch nicht mehr.“
„Na gut.“

Ich schickte den Hund los, statt der Pantoffeln mein einziges Paar halbwegs intakter Ausgehschuhe zu holen. Ich wartete, bis mir wieder einfiel, dass das Tier ein Produkt einer durch Übermüdung blühenden Imagination war, und eine halbe Stunde später spazierten wir durch die kalte Berliner Luft Richtung Stilwerk, Kantstraße.

Der Gast entpuppte sich als Bernd F. Lunkewitz, Lichtgestalt des Aufbau-Verlages, der über sich und seine Welt plaudern sollte. Er plauderte. Über den Weg zum Kapitalismus, seine Vergangenheit als Maoist, Streitigkeiten mit Treuhand und wie man ganz einfach ein Vermögen macht (Immobilien), wieder verkleinert (Verleger), und doch noch für eine Schiller-Ausgabe Käufer findet, in dem man das überraschende Prinzip der Subskription aufleben lässt.

Aber vor allem eines war Thema, eine Zahl. 18%. Das ist der Anteil der Buchverkäufe in Ostdeutschland, im Gegensatz zu den 15% anderer Verlage. Nicht viel, für den wichtigsten Ex-DDR-Verlag, und ein Ansporn, mittelfristig auf 15% zu kommen; die möglichen Zuwachsraten werden im Westen erwartet.

Nun ist mir der Aufbau-Verlag bisher besonders positiv aufgefallen, die Verlagspolitik erscheint mir etwas wagemutiger und frischer zu sein als bei den anderen üblichen Verdächtigen. Der Eindruck, der vom Abend trotz Freibiers übrig blieb, war etwas zwiespältiger. Lunkewitz ist eloquent, verweist auf eine politisch engagierte Vergangenheit und eine vielleicht glänzende wirtschaftliche Zukunft, die man vorbehaltlos dem Unternehmen wünscht. Aber eines fehlte: die Bücherseele. Das ist natürlich eine Unterstellung, und vielleicht stimmt es auch nicht. Nur ein Eindruck, den ein Mensch auf dem Podium machte, von dem man ein wenig mehr hätte erfahren wollen.
Etwas von den Leidenschaften, die ihn an- und umtreiben, den Autoren und langen Gesprächen über die Literatur. Vielleicht lag es auch am Ambiente, denn das Stilwerk ist kühl bis ins gläserne Herz.

Wir spazierten wieder in die Nacht hinaus, die leer wirkte wie ein Buch ohne Seiten. Neben mir ein Kläffen. Mein imaginärer Hund lief voraus, dreibeinig, raste um die nächste Ecke und verschwand. Wieder zu Hause schaute ich noch eine lange Zeit aus dem Fenster, gegenüber die blinden Flecken leerer Geschäftsräume, und begann, an nichts mehr zu denken.
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Auf nach Afrika (Schreibwettbewerb)

Ein ganz besonderer Schreibwettbewerb ist seit heute auf der Webseite von Andreas Altmann zu finden. Zu gewinnen sind ein Reportage-Workshop sowie eine dreiwöchige Afrikareise. Andreas Altmann begleitet nicht nur auf dem Weg in ein vielleicht neues Schreibleben, sondern sitzt auch in der Jury. Nicht nur deshalb weise ich gern auf das Interview weiter unten mit ihm hin.

Tchibo Privat Kaffee schreibt zusammen mit dem Verlag Frederking & Thaler und der Zeitschrift Maxi ab dem 7.9.2006 einen Literaturwettbewerb unter dem Motto „Unterwegs in Afrika“ aus. Jeder (ab 18) kann teilnehmen und hat bis Ende Oktober 2006 Zeit, eine Geschichte unter dem Leitmotiv „So fern, so nah“ einzureichen. Die drei besten Storys werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt und die Schreiber zu einem dreitägigen Reportage-Workshop auf die Insel Sansibar eingeladen. Und anschließend zu einer dreiwöchigen Fahrt durch Afrika. Die originellste Reportage über diese Reise wird wiederum von der Jury bestimmt und in Maxi veröffentlicht.
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Verlag - Innenansichten



Schriftsteller sind rätselhafte Menschen. Aber die schreiben wenigstens Bücher. Eine noch rätselhaftere Gattung, über die man nur wenig erfährt, ist der Verleger. Was bewegt einen ansonsten vernünftig wirkenden Menschen, einen Verlag zu gründen?
Was sind seine Gedanken und die täglichen Herausforderungen dieser Branche? Der charismatische Kopf des Brandneu-Verlages, Christian Arzberger, führt seit kurzer Zeit ein Weblog, in dem man Internas, Unausgesprochenes und (un-)Alltägliches über die Welt des Büchermachens erfährt. Vielleicht liegt es daran, dass der Mann eben nicht „nur“ Verleger, sondern auch Schriftsteller ist.

Sehr zu empfehlen!

[Update: Weblog ist inzwischen gelöscht.]
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