SchreibLeben

Adam und der Tag, an dem die Menschen verrückt wurden

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Mein neues Buch Adam und der Tag, an dem die Menschen verrückt wurden ist da – ein echter Schein-Roman.

Die E-Book-Ausgabe gibt es für 99 Cent bei Amazon, kann aber auch von mir als PDF angefordert werden. Außerdem gibt es eine auf 20 Exemplare limitierte Druckauflage. Mehr dazu auf der Adam-Seite.
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Kite und Jean: Es geht los

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Heute ist der Stichtag: Es geht los mit meinem neuen Romanprojekt, ein Work-In-Progress: „Die Geschichte von Kite und Jean“.

Jeden Montag folgt ein neuer Abschnitt, das Projekt ist auf ein Jahr angelegt.

Ein riesiges Dankeschön geht an meinen Lektor Michael Lohmann, der den Text mit feinem Kamm durchsiebt. Ein Tipp: Sein lesenswerter Blog Deutschmeisterei und bei Lililth Korn ein feines Interview.




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Auf ein Neues

2015

Das ging schnell – wieder ist ein Jahr vorbei. Hinter den Kulissen ist einiges passiert. Der neue Roman nimmt Form an und Polytopes lebt. Zum Jahresende verabschiede ich mich dort mit einem längeren Artikel zur virtuellen Realität.: Was uns 2015 erwartet.

Allen Freunden, Bekannten und Lesern wünsche ich einen berauschenden Übergang und ein besonders gelungenes neues Jahr!
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Byteburg-Zimmer

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So war das damals, vor rund 13 Jahren: Mein Schreibtisch im Zimmer unter dem Dach der Byteburg (bei Bad Breisig). Einen Ehrenplatz hatte damals die frische Illustration von Tanja Kühnel zu meinem Buch Im Schatten des Flügelschlags. Nochmal ein riesiges Dankeschön!

Und das war der Blick aus dem Fenster auf den Rhein:

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Im Schatten des Flügelschlags als E-Book

Endlich ist es so weit! Mein Roman „Im Schatten des Flügelschlags“ ist ab sofort als E-Book über Amazon erhältlich.

Der Einführungspreis beträgt lediglich einen Euro!

Ich würde mich sehr über Rückmeldungen, Kritiken und Eindrücke freuen!

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Frohes neues Jahr

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Allen Freunden, Bekannten, Lesern, Neugierigen und Vierbeinern ein tolles 2014.

Hier geht es weiter, mit Polytopes.de und einer noch ganz geheimen Seite ... (pssst, noch nichts verraten).
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Teaser – Ein neues Kapitel

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Zu meinem neuen Projekt gibt es jetzt einen Teaser, der schon ein bisschen mehr verrät. Nicht viel, zugegeben, aber das Warten wird sich lohnen: Es wird eine einzigartige Geschichte werden, bei der du hoffentlich live dabei sein wirst.

Neu ist auch erneut das Design meiner kleinen Webpräsenz. Ein Redesign des Redesigns. Warum das schon wieder? Das neue Thema ist „responsive“, passt sich also der Bildschirmgröße an. Es ist also egal, auf was für einem Bildschirm man diese Seite betrachtet, ob auf einem Smartphone oder riesigen Computermonitor, es findet alles seinen Platz. Vorher waren auf kleinen Bildschirmen manche Bedienelemente nicht mehr erreichbar, das ist nun anders. Man kann es ganz einfach ausprobieren, indem man die Browserbreite verringert,

Ich hoffe, das neue Design gefällt. Es fühlt sich für mich richtig an.
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Mitsu, Alice und Paul für Amazons Kindle und iBooks [Update]

Nach einer kleinen Nach-Heise-Verschnaufspause geht es nun munter weiter:

Der Verlag Motu One hat mit meiner Hilfe einige Bücher als E-Books umgesetzt und veröffentlicht.

Mein Leben mit Mitsu, Alice oder die Sintflut von Jutta Mülich und Die Nächte mit Paul oder der Tag ist anderswo von Corinna Luedtke sind ab sofort über Amazons Webseite erhältlich. Zum kontoschonenden Einheitspreis von je 2,99 Euro.

Diese lassen sich übrigens nicht nur auf Kindle-Hardware lesen, sondern auch auf etlichen anderen Plattformen: iPad, iPhone, BlackBerry, Android, PC und Mac.

[Update] Ab sofort findet man alle drei Bücher auch in Apples iBooks.

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Bowles Perfume

Für Paul Bowles

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2011 aus dem Schatten

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Auf ein frohes neues Jahr – wann würde es besser passen, erneut ein neues Layout einzuführen? Dieses wird wohl etwas länger Bestand haben als die letzten beiden. Zum ersten Mal funktioniert (fast) alles so, wie ich mir das vorstelle – obwohl das Update auf RapidWeaver 5 etliche Schwierigkeiten bereitete. Erst das letzte Update hat sie zum großen Teil lösen können. Ein kleiner Tipp: Wer die HTML-Fehlerausgabe erhält, muss die Codierung von „ISO Western Latin“ auf „Unicode“ ändern. Die findet man an zwei Stellen, im Setup unter „Advanced“ und in der Page-Info unter „General“.

Soweit zur Technik. Ein kleiner Jahresrück- und -ausblick folgt nach dem Klick. Noch mehr Text
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Das E-Book und die Bibliothek des Wesentlichen

Der Herbst wird heiß – die neue Generation von E-Book-Readern drängt auf den Markt, nach der Preisoffensive von Amazon und Barnes & Noble dürfen sich auch deutsche Kunden über sinkende Hardware-Preise freuen. Thalia will dabei ab Oktober eine Marke setzen: 139 Euro verlangt der Buchhandelskonzern für seinen touchfähigen Reader mit Sechs-Zoll-Bildschirm.

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Schreiben gegen das Vergessen - die Anthologie

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Eine Buchpremierenfeier steht an: Lektorat und Satz der Anthologie zum Projekt „Schreiben gegen das Vergessen“ sind – endlich – abgeschlossen, nun liegt alles (fast) in den Händen der Druckerei.

Am 19. August 2010 lesen Schülerinnen und Schüler dann eigene Texte im Copthorne Hotel, um 19.30 Uhr geht die Premierenfeier mit einigen Grußworten und musikalischer Begleitung los. Adresse: Copthorne Hotel, Würzburger Straße 21, Laatzen bei Hannover.

Über ein Jahr hat das Projekt der Schriftstellerfreundin Corinna Luedtke in Anspruch genommen – ein Zeitungsbericht vom letzten Donnerstag zeigt uns beim gemeinsamen Lektorat.

Weitere Informationen, viele Texte, Bilder und weitere Presseartikel hält die umfangreiche Seite Schreiben gegen das Vergessen bereit.
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Stadtkind Hannover [Update]

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Eine Seite über den Motu One-Verlag und meinen Roman Im Schatten des Flügelschlags auf Twitter erschien im aktuellen Stadtkind Hannover. Gut geschrieben noch dazu. Fein! Online ist er allerdings [Update] nicht mehr zu finden.
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iPhoneografie - iPhone-Fotos bis 20. Juni

Das iPhone hat sich als Digi-Knipse etablieren können, trotz der für ein Fotohandy eher schwachen Abbildungsleistung (das sollte sich erst mit dem iPhone 4 etwas ändern). Mit gutem Blick und etwas Kreativität lassen sich aber doch feine Bilder aus dem Smartphone kitzeln.

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Der Kollege Ronald Puhle widmet sich genau diesem Thema und schreibt ein Buch darüber. Wer mag, kann sich darin eventuell verewigen: Bis zum 20. Juni nimmt Puhle noch Arbeiten entgegen, drei Aufnahmen und rund 300 Zeichen Beschreibungstext soll man einreichen. Die Ausschreibung lässt sich auf seiner Webseite (inzwischen „geschlossen“) zum Buch iPhoneografie finden.

Im Oktober 2010 soll das fertige Werk „Apps für Fotografen: iPhone Fotografie und Bildbearbeitung“ dann beim Buchhändler des Vertrauens zu beziehen sein.
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Schreibmaschine für Schriftsteller II: Das Netbook Pro

Es war einmal – das Netbook. Das feiert nun sein 10-jähriges Jubiläum, im Jahr 2000 veröffentlichte der Hersteller Psion ein geniales Stück Hardware, das auch heute noch überzeugen kann. Einen ausführlichen Artikel zum alten Netbook hatte ich „unlängst“ auf diesen Seiten veröffentlicht.

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Aber dann geschah das Unfassbare: Mein tatsächlich zehn Jahre altes und intensiv genutztes Gerät verabschiedete sich mit dem berüchtigten Display-Flackern. Ein Ersatz musste her.


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Im Schatten des Flügelschlags: Der Roman auf Twitter

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Ab dem 3. Mai 2010 veröffentliche ich zusammen mit Motu One den kompletten Roman Im Schatten des Flügelschlags auf Twitter. Das schnellste Medium verwandelt sich dabei in das langsamste – rund 3500 Tweets zerlegen das Buch über ein Jahr lang in seine Elementarteilchen. Täglich findet man dann 10 Tweets jeweils zur vollen Stunde, um 9 Uhr morgens geht es jeweils los.

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Die Twitter-Fassung bildet das „unbehandelte“ Manuskript ab, eine lektorierte Fassung folgt voraussichtlich im Herbst als Buch und iPhone/iPad-E-Book über den jungen Verlag Motu One.

Ich freue mich sehr darüber, dass der „Flügelschlag“ nach etlichen Irrungen und noch mehr Wirrungen nun in die Öffentlichkeit gelangt, fast genau fünf Jahre nach Buchpremiere von „Mein Leben mit Mitsu“. Ursprünglich wollte der Brandneu-Verlag „Im Schatten des Flügelschlags“ bereits 2006 auf den Markt bringen – Mitsu sollte das einzige gedruckte Buch des engagierten Verlegers bleiben.

Es ist ein eigenartiges Gefühl, das Buch in einzelne Sätze und Satzfragmente aufzuteilen. Jeder Satz über Twitter ist nun betont, steht für sich - aus dem Roman wird eine andere Form, eine Zwischenform.

„Er war ein Mensch, der selten einen Gedanken loslassen konnte, um einen neuen zu fassen.“ (5. Mai 2010 um 15 Uhr)

[Update] Marc-Michael Schoberer vom Gutenberg.blog hat einen schönen Artikel über das Projekt veröffentlicht.

[Update 2] Eine kleine Diskussion hat sich beim Kollegen Ronald Puhle auf Mausmaler entwickelt: Ist der Twitter-Roman ähnlich „blödsinnig“ wie die – gedehnte – Umsetzung eines John Cage-Stückes? Irgendwie mag mich dieser hinkende Vergleich begeistern.
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Schreiben gegen das Vergessen

Auf ein Projekt der Schriftstellerfreundin Corinna Luedtke (Die Nächte mit Paul oder der Tag ist anderswo) möchte ich – spät genug – hinweisen: Schreiben gegen das Vergessen. Das Projekt mit Schülern aus Hannover/Gleidingen/Laatzen mischt Schreibwerkstatt und Vergangenheitsforschung. Etliche Zeitzeugengespräche standen genauso auf dem Programm wie eine Fahrt nach Berlin, wo ich Gelegenheit hatte, die Teilnehmer kennen zu lernen.

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Ich begleite das Projekt auch als „Lektor“, am Ende steht eine Veröffentlichung als Buch. Es gibt etliche Stimmen, die eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ablehnen, es „reiche“ allmählich. Dazu kurz: es reicht „nie“, es ist wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, um Zeitzeugen zu treffen und ihre Geschichte zu hören und es offenbaren sich erstaunliche Forschungslücken, die erst langsam in den letzten Jahren halbwegs geschlossen werden. Da bleibt noch viel Arbeit.

Letztlich geht es auch um Zivilcourage, um Ausgrenzung und – auch das – Machterhalt. Ansonsten verweise ich einfach auf die liebevoll gestaltete Webseite von Schreiben gegen das Vergessen.
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Neuanfang [Update]

Aufmerksamen macnews.de-Lesern ist es vielleicht nicht entgangen, dass ich meine Arbeit dort beendet habe. Die Entscheidung kam plötzlich, genau so wie der Neubeginn für das Blog der Online-Druckerei flyerpilot.de. Dort wird man also weiter Artikel von mir finden, hauptsächlich wie gewohnt rund um Apple. Gleichzeitig „schimpfe“ ich mich nun Blogger und nicht mehr Redakteur. An der Arbeitsweise ändert sich indes wenig, im Gegensatz zum „Newsgeschäft“ kann ich mich manchen Themen etwas freier und ausführlicher nähern.

ipad

Zum Beispiel dem iPad. Letzten Samstag ist das Gerät in Amerika erschienen, in einer Reihe widme ich mich (fast) allen Aspekten der „Revolution aus Cupertino“. Tatsächlich schickt sich das Multitouch-Gerät an, den Umgang mit dem Computer ähnlich zu verändern wie seinerzeit Maus und Desktop-Metapher. Auch wenn das iPad letztlich nur wie ein überdimensionierter iPod touch erscheint – die größere Displayfläche ermöglicht im Gegensatz zu den Kleinstmobilen völlig neue Anwendungsgebiete und Anwendungen.

[Update] Erneuter Wechsel: die Blogschreiberei für flyerpilot.de hat sich quasi über Nacht erledigt. So schnell kann es gehen ... Wie gut, dass nicht nur der Kopf rund ist, sondern auch die Weltenkugel. Man könnte sonst schnell(er) über den Rand fallen.
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Interview mit Andreas Eschbach

Ab und zu berührt auch das Leben eines Mac-Redakteurs das SchreibLeben. Die Textverarbeitung Papyrus ist in einer Edition für Autoren erschienen und kann auf die Erfahrungen des Bestseller-Autoren Andreas Eschbach zurückgreifen: die Stilanalyse stammt von ihm und setzt seine 10-Punkte-TÜV für Texte in Bits und Bytes um.

Ich hatte die Gelegenheit, die Software vor der Veröffentlichung etwas ausgiebiger zu testen, Andreas Eschbach stimmte kurzfristig einem Interview zu. Großartiger Mann! Das Ergebnis der Recherche im Reich der Schreibsoftware findet man auf macnews.de.
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Bücher Wiki

Schreibend, lesend - Mitte November jährt sich meine Arbeit bei macnews.de. Im Online-News-Geschäft bleibt wenig Zeit, das heißt: Die Arbeit an meinem nächsten Roman passiert hauptsächlich in der S-Bahn, Charlottenburg bis Hackescher Markt. Trotzdem war und ist die Zeit produktiv. Vielleicht jeder hat schon mal den Satz gehört „Wenn ich nur Zeit hätte, dann würde ich ein Buch schreiben“. Das ist – bei allem Respekt – eine Selbstlüge. Man hat die Zeit. Es reichen 20 bis 30 Minuten am Tag, mehr braucht man nicht.

2008 war – was Öffentlichkeit angeht – ein ruhiges Jahr. Die Arbeit passierte hinter den Kulissen, der Roman. „Im Schatten des Flügelschlags“ ist inzwischen fertig, der nächste Roman entwickelt sich und gedeiht.

Eine Sichtbarkeit gibt es aber doch. Das Bücher-Wiki hat mich aufgenommen, mit einem sehr sorgfältig erstellten Artikel (herzlichen Dank!).
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Schreiben und überleben



Gabriele Bärtels Artikel Schreiben macht arm in der Zeit spricht mir aus dem Herzen. Das, was sie dort beschreibt, kenne ich ebenfalls nur zu gut aus eigener Erfahrung. Leseempfehlung.
Und einen schönen Sonntag allen, die trotzdem durchhalten.
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Rückschau – eine kurze Geschichte über den Wind



Mein Blog lahmt noch immer. In der letzten Zeit ist viel passiert, so viel, dass ich etwas Zeit brauche, um alles in Sprache übersetzen zu können.

Eine der wichtigsten Veranstaltungen in diesem Jahr war für mich „Eine kurze Geschichte über den Wind“ für Gehörlose und Hörende. Um es kurz zu machen: es war dieses Jahr wesentlich entspannter als die erste Aufführung vor zwei Jahren, was an dem wunderbaren Team und besonders an Wiebke Kögel lag. Weitere Fotos von der Veranstaltung und einen lesenswerten Bericht der Schriftstellerin Corinna Luedtke findet man wie immer auf dieser http://www.szon.de/lokales/spaichingen/spaichingen/200709240125.html.

Ein besonderes Erlebnis war auch die Lange Lesenacht in Spaichingen (Presseartikel im Link). Ganz kurz: die Lesenacht war tatsächlich lang, vor allem im „Nacherleben“. Einige Autoren sind mir dort an und ins Herz gewachsen. Jeder, der nicht da war, hat auf jeden Fall etwas verpasst. Doch dazu (hoffentlich) später mehr. An einem anderem Tag, an diesem Ort.

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Nachlese Hamburg und Wind

Die Lesung in Hamburg war umwerfend. Es gibt gute, schöne, intensive – und großartige Lesungen. Diese gehörte zu letzteren.

Ein riesiges Dankeschön an Jan, der einen ausführlichen Bericht geschrieben hat, dem ich kaum etwas hinzuzufügen habe. Es stimmte einfach alles. Das Wetter, der Ort, aber vor allem die Menschen. Nach drei Zugaben, einer langen Nacht und einem entspannten Tag in Hamburg mit meinem Verleger brauchte ich viel, viel Zeit, um wieder in Berlin anzukommen.

Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum die Pause zwischen diesem und dem letzten Eintrag so lang wurde. Die Nudelsuppe war fleißig, die Vorbereitungen für die Veranstaltung „Eine kurze Geschichte über den Wind“ gehen in die entscheidende Phase. Heute wurde der Text fertig, der mich fast in einen erweiterten Wahnsinn getrieben hatte (normal wahnsinnig bin ich ja schon). Nach etlichen Ansätzen, vielen geschriebenen und wieder verworfenen Textentwürfen passte plötzlich alles.

Auf der Webseite zu der Veranstaltung ist auch der neue Flyer zu bewundern, den ich ziemlich gelungen finde. In den nächsten Tagen wird auf der Seite noch einiges passieren.
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Der Stand der Dinge

Nur noch zwei Tage bis zu der Lesung in Hamburg. Inzwischen gibt es einige Zusagen, über die ich mich besonders freue. Alte Freunde und Bekannte, die ich ein wenig aus den Augen verloren habe. Das Jahr rast. Trotz Chaos war/ist es besonders produktiv (worunter allerdings meine sozialen Beziehungen deutlich leiden).

Die gute Nachricht: Meine Erzählung ist fast fertig, das Rohmanuskript steht. Für die Überarbeitung habe ich mir eine Deadline bis Ende August gesetzt.

Ob die Geschichte gut ist? Und wie. Ich war seit Mitsu von keinem Manuskript so überzeugt wie von diesem. Mehr kann ich im Moment noch nicht offiziell sagen, mit ein Grund, jetzt so schnell wie möglich das Buch abzuschließen und auf den Weg zu bringen.

Übrigens nehme ich dem alten Hem seine drei Seiten pro Tag nicht ab. Wobei das Schreiben auf den guten alten Schreibmaschinen sicherlich ein anderes Arbeiten war als auf elektronischen Schreibhilfen. Um die Geschwindigkeit, in der mein Buch entstanden ist, etwas zu relativieren: ich war am Thema schon vorher dran, hatte schon etliche Seiten geschrieben; die Konstruktion stimmte nicht. Das Manuskript gärte also, um, endlich und letztlich unerwartet, hervorzubrechen.

Es gibt nichts Unberechenbareres als das Schreiben, nichts, was mir mehr Glück und Unglück, Verzweiflung und Hoffnung zugleich ist.
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Krokodile

„Welchen Aufwand an Leben man betreiben muss, um nur einen halbwegs gelungenen Satz schreiben zu können“, sagte Eileen.
„Du bist erst Zwanzig“, sagte ich.
„Wird das später besser?“
„Nein, schlimmer. Viel schlimmer.“

„Kannst du mal ziehen?“ Sie beugte sich über den Tisch und bot mir ihr Ohr an.
„Am Ohr?“
„Am Ohrstecker. Ich bekomme den linken nicht raus.“
„Seit wann?“
„Was für ein Tag ist heute?“ fragte sie.
„Mittwoch.“
„Schön.“ Sie wackelte kurz mit dem Ohr. „Nun mach schon“
„Mach noch mal.“
Eileen wackelte wieder mit dem Ohr. Es war ein ungewöhnlich hübsches Ohr, wie ich jetzt feststellte. Ich griff zu.
„Aua. Grobian.“
Ich lächelte.
Sie zog die Nase kraus, nahm aber den Ohrstecker an sich, den ich ihr reichte.
„Warum möchtest du unbedingt schreiben?“ fragte ich.
„Weil ich so viele Gedanken im Kopf habe, die da drin gefangen sind. Wie Tiere im Zoo. Ich mache dann die Käfigtüren auf, die Elefanten mit den riesigen Schlappohren überfallen Bäckereien, Strauße laufen um die Wette den Kudamm hoch und runter und Krokodile fressen Männer, die einen enttäuschen.“
„Dann bleiben nicht viele Männer übrig. Was ist mit den Frauen, die einen enttäuschen?“

„Bestellst du mir noch etwas zu trinken?“
„Wieder ein Sex on the Beach?“
„Findest du mich hübsch?“
„Wie Apfelmus.“
Sie wackelte wieder mit den Ohren.
„Kannst du das auch?“
Ich versuchte es.
„Warum schreibst du? Du kannst nicht mal mit den Ohren wackeln. Du bist ja ganz nett, aber mit Ohren, da solltest du dich etwas besser auskennen.“
Ich nickte. „Werde ich jetzt von einem Krokodil gefressen?“ fragte ich.
„Das überlege ich mir noch.“
„Ich würde gern noch ein bisschen am Leben bleibe.“
„Und dann?“
„Bestelle ich dir einen Sex on the Beach.“

Eileen wackelte mit den Ohren. Ich kräuselte die Nase. Sie lachte. Ich sah, wie die Käfigtür sich vor mir öffnete.
Gleich morgen würde ich eine Bäckerei überfallen, den Kudamm hoch und runter rennen, und alle Frauen fressen, die mich jemals enttäuscht haben.

Text für den Schreibwettbewerb der Büchereulen, Juli 2007, Thema „Frei“.
Der Name wurde wieder in „Eileen“ geändert.


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Wie man einen Roman schreibt

Es ist ganz einfach.

Man schreibt jeden Tag eine Anzahl von Seiten/Wörtern, die man sich vorgenommen hat. Jeden Tag. Regelmässig. Ausreden gibt es nicht.

Seit fast zwei Wochen versuche ich es, mit mehr oder weniger Erfolg. Mein Ziel sind 1.000 Worte am Tag (meine „Schreibmaschine“ zählt leider nur Worte, und keine Zeichen), inzwischen bin ich, trotz mehr als widriger Umstände, bei meiner neuen Erzählung bei knapp 16.000 Worten. Allerdings mussten auch schon etliche daran glauben.
Ich werde das weiter beobachten – und schreiben.

Wie es übrigens der Zufall will, entsprechen 1.000 Worte etwas mehr als drei Manuskriptseiten im Standardformat – das Tagespensum von Ernest Hemingway.

[Update: Inzwischen habe ich das Zeichenzählprogramm für das Psion-Netbook gefunden; ich bleibe aber bei den Worten.]
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Schreibmaschine für Schriftsteller




Wie sieht eigentlich das ideale elektronische Arbeitsgerät für Schriftsteller aus?
Für mich so:

Hervorragende Tastatur
Geräuschlos (Flash statt Festplatte)
8 Stunden Akkulaufzeit
Akku aufladen in 30 Minuten
Um die 1 Kilogramm Gewicht
Bombensicheres Betriebssystem
Kein ablenkender Multimedia-Schnickschnack
Instant on und off: aufklappen und sofort schreiben können, zuklappen und fertig
Robust und unverwüstlich
Lederapplikation auf dem Gehäuse
Gute, durchdachte Programme für Text, Adressen, Datenbank, Tabellenkalkulation, Agenda
Programme starten sofort
Aufnahmefunktion (Diktiergerät)

Gibt es nicht? Stimmt, nicht mehr, aber das Gerät gab es und wird heute noch verkauft: Es heißt Psion Netbook (womit dieser Artikel auch ein liebevoller Nachruf wird). Ich arbeite seit dem Jahr 2000 mit einem Netbook, das ausgiebige Reisen, über die Tastatur gekippte Wassergläser, Stürze vom Schreibtisch und noch einige andere Katastrophen überlebt hat – vor allem mich. Schätzungsweise 99 Prozent meiner Texte entstehen auf diesem kleinen robusten Wunderwerk der Technik, bevor sie zur Weiterbearbeitung auf dem Mac landen. In meiner Zeit in Paris war es dank der „eigenen“ Erscheinung sogar ein wunderbares Mittel, um von schönen Frauen angesprochen zu werden.

Kleinere Nachteile will ich aber auch nicht verschweigen. Die Anschlüsse sind veraltet (seriell, Infrarot), das Betriebssystem (Symbian) ebenfalls. Im PC-Card-Slot funktionieren nur wenige Karten, meistens fehlen unterstützende Treiber - Sicherheitsstandards über WEP hinaus funktionieren gar nicht. Die mitgelieferte Textverarbeitung ist gut und vor allem schnell, reicht aber von der Funktionsvielfalt nicht an große Programmpakte heran. Schreibmaschine eben. Größtes Manko ist vielleicht das passive, 7,7 Zoll große Touchscreendisplay, das schon bei geringer Sonneneinstrahlung kaum mehr abzulesen ist. Die Auflösung von 640x480 Pixeln lässt zudem Bearbeitungen nur begrenzt komfortabel zu. Wenn ein Gedanke trotzdem unbedingt festgehalten werden muss, muss man eben blind getippt. Internettauglich lässt sich das Gerät mit einigen Verrenkungen auch machen, worauf ich allerdings aus gutem Grund inzwischen verzichte. In Paris war das noch anders, im Zusammenspiel mit einem Nokia 7110 war das Netbook für einige Zeit mein Draht zur Außenwelt.

Inzwischen hat auch der Nachfolger, das Netbook Pro, das Zeitliche gesegnet. Es beseitigte einige Mankos und bot einen helleren, hochauflösenderen Bildschirm, brachte aber andere Probleme mit sich. Gummi ersetzte das Leder, Windows CE ist als OS eine Strafe für den Anwender aus Redmond. DIe DLL-Hölle lässt grüßen.

Wer nun unbedingt noch ein Netbook abseits von eBay ergattern möchte: der Händler Pulster hat sich auf Psions spezialisiert und bietet nach wie vor Neu- und Gebrauchtgeräte nebst Zubehör an. Eine gute Anlaufstelle für Fragen, Programme und Infos ist die Webseite Psionwelt.
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Eine kurze Geschichte über den Wind



„Eine kurze Geschichte über den Wind“ heißt die Veranstaltung für Gehörlose und Hörende, die am 30. September 2007 in Hannover uraufgeführt wird.
Die Webseite dazu geht heute bzw. ist jetzt offiziell online.

Ich hoffe natürlich, dass diese Inszenierung den Erfolg der ersten Aufführung wiederholen kann, die anlässlich des Gedenkjahres für Kurt Morawietz im September 2005 ebenfalls auf der Bühne des Kommunalen Kinos stattfand.

Ein riesiges Dankeschön an alle, die dieses ungewöhnliche Stück unterstützen und damit ermöglichen!
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Schattenspiel

Mitternacht. Es ist still, seltsam still in mir. Ich erinnere mich an die Geräusche, die eine Berührung auslöste. Ich erinnere mich an die Figuren, die unsere verflochtenen Hände malten gegen die Leinwand eines weißen Himmels. Ich erinnere mich an den Duft, der von deinem Körper aufstieg, aus den Nischen und Winkeln, Falten und Einebnungen. Ich erinnere mich daran, mit dir die Liebe gemacht zu haben, auf meinem Bett, das nach Süden ausgerichtet ist. Dein Zögern, als mein Mund zuvor noch nie geküsste Haut schmeckte.
Ich zünde mir eine Zigarette an, der glühende Punkt ist ein Sonnenuntergang, der schwer im schwarzen Fleisch der Nacht liegt.
„Wer bist du?“ frage ich mein Kopfkissen. Es schweigt. Der Tabak verbrennt leise knisternd. Auch die Bettdecke schweigt.

„Ich gehe nach Afrika.“
„Warum?“ fragte ich.
„Ich weiß es nicht.“
„Das ist unlogisch“, sagte ich.
„Gib mir eine Zigarette.“
„Ich sollte die Fensterscheiben schwarz bemalen.“
„Warum?“
„Einfach so.“

Wir rauchten. Die Entfernung zwischen unseren Körpern wurde größer, mein Kopfkissen schwieg.
„Lass uns ein Spiel spielen“, sagte ich.
„Was für eins?“
„Wenn du in Afrika bist, dann möchte ich deinen Schatten lieben. Zwischen dem 22. und 23. Juni, eine Stunde lang, ab Mitternacht.“
„Das ist fair.“
„Woher weiß ich, dass es passiert, dass du wirklich da bist?“ fragte ich.
„Vertrau mir.“

Ich warte. Es ist ein Uhr, die Stunde ist vorbei, die Gegenstände schlafen schon. Ich streiche über die Decke, die Kissen, sie erinnern sich an dich.
Sie träumen von dir.

Text für den Schreibwettbewerb der Büchereulen, Mai 2007, Thema „Spiel“.
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Lesung in Hamburg, Mathilde Café



Am Dienstag, den 14. August 2007 werde ich erstmals (endlich) in Hamburg lesen:

Mathilde Café
Bogenstraße 5
20146 Hamburg

Beginn der Veranstaltung: 20.00 Uhr
Der Eintritt kostet 4,– €

Zusätzlich wird Iris Luckhaus ihre Bildern aus dem Buch „Mein Leben mit Mitsu“ präsentieren.

[Update]
Die Lesung findet im Café statt, die Ausstellung voraussichtlich in der benachbarten Bar
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Leserunde und Hörbuchrunde

Eine neue Mitsu-Leserunde ist im Forum der Leseratten ab Mitte Juni geplant. Wer diese Form des gemeinsamen Lesens schätzt wird hier fündig. Eine kleine Überraschung, wie bei allen anderen Leserunden, wird es auch hier für die Teilnehmer geben. Auch wenn sich die Überraschung manchmal etwas verzögert *hust*.

Wer nicht lesen will muss hören: bei den Büchereulen findet ab dem 15. Juni die erste „Lovebits“-Hörbuchrunde statt. Unter allen Teilnehmern werden fünf Exemplare des Hörbuchs verlost. Auch diese Runde werde ich als Autor begleiten und mich den (hoffentlich) kritischen Fragen stellen.


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Arbeitsjournal 1. Tag

In unregelmäßiger Folge stelle ich hier mein „Arbeitsjournal“ ein: die letzte große Überarbeitung (es bleiben noch genug Kleinigkeiten zu tun) am Manuskript „Im Schatten des Flügelschlags“. Datum: 12.3.2007

Die letzte Woche war nicht einfach. Ich musste aus familiären Gründen kurzfristig nach Hannover. Geplant war ein langes Wochenende, daraus wurde eine (lange) Woche. Danach zurück nach Berlin, mit einem kurzen Stopp in Bad Seegeberg bei SinTakt. Von meiner Berliner Wohnung aus ging es dann auf die nächste Reise, dieses Mal etwas kürzer: nach Schöneiche bei Berlin, Schreibzeit im Haus TonART. Seit Monaten überarbeite ich kontinuierlich das Manuskript. Die jahrelangelange Reise soll bis Ende März zu einem Ende finden. Auch das ein Abschied. Vielleicht ist es für mich das Schwierigste am Schreiben. Ein Manuskript loszulassen.

Es ist Montag Abend. Berlin durchqueren, erst mit der S-Bahn bis Friedrichshagen, von dort geht es in der Tram 88 weiter. Eine besondere Linie, die einzige schmalspurige Überlandstraßenbahn. Ich las das Buch „Berlin ist mein Paris“ von Carmen-Francesca Banciu, das ich versehentlich mit dem Rucksack zusammen gewaschen hatte. Es hatte sich vor über einem Jahr dort versteckt, ich glaubte es schon verloren. So sah es nach dem Waschgang aus, eine Wasserleiche, auf den doppelten Umfang aufgebläht. Um es wiederzubeleben steckte ich das Buch für eine halbe Stunde in den Backofen. Ich hole ein dampfendes Buch heraus, beschwere es mit anderen Büchern und lasse es liegen. So ganz hat der Rettungsversuch nicht funktioniert, man sieht dem Buch die Tortur an, aber wenigstens kleben die Seiten nicht mehr zusammen, und die Signatur der Autorin ist noch erkennbar.
Ich suche nach einer Geschichte, die mit meinem Berlin und meinem Paris zu tun hat. Das Schreiben in Cafés, ja, aber damit endet die Gemeinsamkeit. Ihr Berlin ist ein anderes Berlin und ihr Paris ein anderes Paris. Die kurzen Stücke sagen mir nicht viel, erzählen nicht, es ist ein trauriges Buch mit einem traurigen Schicksal. Ich stecke es wieder in die Tasche, schaue aus dem Fenster der Tram. Die Nacht wirkt undurchdringlich, ein schwarzer, blinder Spiegel. Als wir uns der Station nähern habe ich wieder das Gefühl, nicht aussteigen zu wollen, einfach weiterzufahren, eine ewige Reise im Herz der Schatten.

Es ist Montag, Ruhetag. Auch das Haus TonART liegt im Schatten. Mein Zimmer ist fertig, das „Ostzimmer“. Ein einfacher, schöner Raum mit riesigem Bad. Das wird also, im besten Fall, der Ort sein, an dem der Flügelschlag sein Ziel findet. Ich zweifle. Das Manuskript hat noch eine Fehlstelle, ein entscheidender Puzzlestein fehlt, der die vielen kleinen Stücke zu einem ganzen Bild zusammenfügt. Dieser Stein fehlt schon seit zwei Jahren. Ich überarbeite das Manuskript nicht mehr chronologisch, sondern kreuz und quer. Ich fange irgendwo an, bessere aus, kürze und schreibe neu. Jedes Stück ist wichtig. Es wird kein großer Roman, kein charmantes Büchlein wie „Mitsu“, es ist in Form gegossene Verzweiflung. Es wäre einfacher, ein neues Buch zu schreiben, aber dieses muss raus, ich darf nicht auch noch die nächste Station verpassen, sondern muss aussteigen.

Es ist nach zehn. Winne macht mir einige Stullen und bringt mir eine Flasche Apfelsaft. Es wird nicht spät. Der Ort beginnt zu wirken, und jede Minute nimmt etwas weg von den Schatten, die auf mir liegen.
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Sonne, Mond und Sterne

Marie stand vor dem Riesenrad und schaute hinauf. Lichter, die angezündet waren, ein Fest zu feiern. Hinter den Brücken, hinter den Wassern, ihre Augen nussfarben und ihr Gesicht wie das Bild in einer Camera Obscura. Sie schaute den fleckigen Männern zu, die den Schwestern auf der Bühne zujubelten, der Nacktheit, die sich Stück für Stück zeigte.

Marie dagegen saß am Tag im Brunnen, einen Spiegel in der Hand, und der Brunnen war nur ein Kübel aus altem Holz, sie erzählte das Märchen von der Liebe unter Sonne, Mond und Sternen, der Unschuld nackt im Brunnen, der nur ein Bottich war, verwandelt von ihr, der Jungfrau, ein Versprechen zukünftiger Liebesnächte..
Das Riesenrad drehte sich, rot, grün und blau mit Lichtern bestickt, die Liebenden küssten sich schwerelos und die Scheuen flochten ihre Hände zu Kränzen.
Jean-Paul, der Clown, stand neben Marie und schaute mit hinauf.
„Das Fest hat begonnen“, sagte er.
„Du riechst“, sagte Marie.
„Ja?“
„Nach Mann.“
Er lachte. Marie sah ihn an, nussäuigig, eine fleckige Leinwand, auf die eine Kamera Träume warf.
Jean-Paul hörte auf zu lachen, nahm ihren Kopf in beide Hände und versuchte sie zu küssen.
„Nicht“, sagte Marie, „du raubst mich“, und gab nach.

Das Rad drehte sich, die Affen tanzten und Paulette und Germaine, nach ihrem Tanz von einem glitzernden Film aus Schweiß überglänzt, saßen im Wagen, schminkten sich ab.
„Ich werde berühmt, eines Tages, beim Film“, sagte Paulette.
„Wir werden beide berühmt“, antwortete Germaine.
Paulette verzog ihre halb abgeschmickten Lippen, im Spiegel sah sie ein verzerrtes Wesen.
„Ich brauche mehr Licht“, sagte sie, stand auf, ihr weißes Federröckchen schäumte. Germain betrachtete sie, erhob sich ebenfalls, nahm Paulettes Hände und hielt sie fest.
„Was willst du?“ fragte Paulette.
„Was ist mit Jean Paul?“
„Was soll mit ihm sein?“
„Du hast es mit ihm getan“, sagte Germaine.
„Und wenn?“
„Er gehört mir.“
„Er ist mit Marie zusammen“, sagte Paulette.
„Du lügst.“

Das Riesenrad drehte sich, nun erloschen, weiter durch die Masse der Nacht. Zwei Betrunkene am Schießstand versuchten noch, Zinnenten zu treffen, aus der Ferne hörte man den dreibeinigen Hund heulen, der den Verlust das Mondes beklagte. Der Morgen sickerte rot in die Nacht, zog Schlieren, Germaine saß in ihrem Wagen und legte sich die Karten. In der Mitte aufgedeckt „Das Rad des Schicksals.“.
Endlich begannen die jungen Männer, die Zelte abzubauen, Stangen und Stoff zu verstauen. Paulette saß auf den Stufen ihres Wagens, rauchte, sah, wie weit, ganz weit weg das Riesenrad endlich stoppte und dahinter die Sonne den Horizont in Flammen setzte.
„Jean Paul, der Clown“, flüsterte sie, als sie ihn auf den Stufen von Maries Wagen sah. Er stand auf, kam zu ihr herüber und gab ihr einen Kuss.
„Und wen habe ich heute geküsst? Paulette oder Germaine?“ fragte er.
„Ist das nicht egal?“
Er nickte. Paulette schnippte die Zigarette weg und leckte sich über die Lippen.

Text für den Schreibwettbewerb der Büchereulen, Februar 2007, Thema „Zwillinge“.
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Bücher, Lesen, Leben


Haus Tonart im Spätsommer 2005

Die Blogpause ist zu Ende. Die letzten Wochen waren schwierig, gefüllt mit Leipziger Allerlei, viel Arbeit und einer kleinen, notwendig gewordenen Auszeit, die dann doch etwa länger wurde als erwartet.

Ein riesiges Dankeschön geht an Erika und Winne. Ihrem Haus TonART, in dem ich etwas mehr als eine Woche lang unterschlüpfen konnte, werde ich noch einen eigenen Artikel widmen. In dieser Oase bei Berlin bekam mein Manuskript endlich Gestalt, der „Flügelschlag“ wird langsam aber sicher rund (und bekommt einen neuen Titel). Ein Kraftakt, der nur mit Unterstützung von Freunden und Bekannten möglich war und ist.

Die Leipziger Buchmesse war dieses Jahr überraschend schön. Viele Gespräche, viele Begegnungen, insgesamt Aufbruchstimmung und eine entspannte Atmosphäre – zumindest bei den befreundeten Verlegern und Verlagen. Besonders hinweisen möchte ich auf die Literaturzeitschrift sprachgebunden, die zum Besten gehört, was auf dem „jungen“ Literaturmarkt erhältlich ist. Überhaupt haben mich die kleineren Verlage begeistert. Auch etwas sperrigere, unkonventionelle Literatur findet einen Platz in sorgfältig herausgegebenen Büchern, wie z. B. bei kookbooks, Tisch 7 & vielen weiteren jungen Verlagen. Mein Eindruck verstärkt sich, dass deutsche Autoren sehr viel offener empfangen und auch publiziert werden.

Zum Schluss möchte ich auf eine Lesung hinweisen, deren Termin inzwischen bestätigt ist.

Am 7. Juni findet in Hameln der 1. Tag der Leseratten statt. Neben einer Buchtauschbörse, Buchflohmarkt und Workshops wird es den ganzen Tag verteilt Lesungen an teils ungewöhnlichen Orten in der Rattenfängerstadt geben.
Bestätigt sind bisher:
Silke Porath (Gottes Weber)
Sebastian Fitzek (Amokspiel)
Corinna Luedtke (Die Nächte mit Paul oder der Tag ist anderswo)
Luigi Brogna (Spätzle al dente)
Monika Detering (Herzfrauen)
Marcel Magis (Mein Leben mit Mitsu) und
Hellmuth Karasek (Auf der Flucht)

Meine Lesungen finden um 14 Uhr und 15.30 Uhr in der Erlebniswelt Renaissance (Hochzeitshaus, Osterstraße) statt.
Silke Porath wird um 15 Uhr im Museumscafé Osterstraße und um 18 Uhr im Kino Maxx am Bahnhof zu erleben ein.
Der Eintritt ist generell kostenlos, nur bei Karasek sind 11 € fällig.
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„Autor des Jahres 2006“

Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Ist es aber, und es war eine riesige Überraschung am heutigen Donnerstag.

Das größte deutschsprachige Bücherforum veranstaltet einen monatlichen Schreibwettbewerb, bei dem es um Ruhm und Ehre, aber vor allem um viel Spass geht. Ernst wird es dann am Jahresende, wenn die jeweiligen Siegertexte des Monats gegeneinander antreten. Es winkt ein Büchergutschein, aber vor allem natürlich noch mehr Ruhm und Ehre.
Ich war dieses Jahr mit zwei Geschichten beim Schlussspurt vertreten, Giraffen und Eileen. Vor allem die Giraffen beschleunigten enorm und ergatterten viele Punkte, strauchelten aber auf den letzten Metern und wetzten als zweite durchs Ziel. Die Gewinnergeschichte wurde Churchills krähenschwarzes „So kalt.“

Die große Überraschung folgte heute Mittag: zum ersten Mal wurde auch ein „Autor des Jahres“ gekürt, für die höchste erreichte Gesamtpunktzahl. Und hier half „Eileen“ den Giraffen, mit einer Halslänge über die Zielgerade zu galoppieren.

„Da freut sich aber einer“ wäre jetzt leicht untertrieben ...

Ein riesiges, herzliches Dankeschön an alle Büchereulen, die gelesen und gepunktet haben, und Glückwünsche an alle Autoren, die durch ihre guten Geschichten den Wettbewerb so spannend und lesenswert gestalteten.

Alle Geschichten sind hier nachzulesen, die Punktewertungen und Statistiken des Jahres hier.
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Leserunde bei Leserunden.de



Es ist bald wieder so weit. Nach der sehr erfolgreichen und einfach wunderbaren Leserunde von „Mein Leben mit Mitsu“ bei den Büchereulen startet am 15. Januar 2007 eine weitere Leserunde auf Leserunden.de. Zu gewinnen gibt es auch etwas: einen von der Illustratorin Iris Luckhaus und mir signierten Kunstdruck aus dem Buch – ein echtes Unikat. Der Anmeldeschluss für Leserunde und Gewinnrunde ist allerdings schon am 5. Januar. Die Chancen für einen Gewinn stehen allerdings gut, denn bisher haben sich nicht allzu viele Leserinnen und Leser angemeldet. Nervös bin ich natürlich trotzdem, und ich freue mich riesig, diese Möglichkeit bekommen zu haben.
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Mitsu Adventskalender



Auch dieses Jahr ist er wieder online: der wunderschöne Mitsu-Adventskalender. Hm, mir fällt gerade auf, dass er einen Tag „nachhängt“. Nun gut, es hat wahrscheinlich einen tieferen Sinn, dass er mit einem Donnerstag beginnt, und in Mein Leben mit Mitsu steht ja auch: „Ich mag Donnerstage, weil sie so nah am Freitag sind“ ...

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Besetzungscouch – der Literaturpreis zur Langen LeseNacht 2007

Die Autorin Silke Porath, die übrigens auch ein neues Blog betreibt, lädt zur dritten langen LeseNacht ein – und schreibt hierfür einen Literaturpreis aus. Neben Ruhm, Ehre und Frühstück winkt eine kostenlose Übernachtung für 2 Personen in der pulsierenden Metropole Spaichingen. Die Veranstaltung ist, nach einigen Insider-Berichten, ein absolutes muss und der kulturelle Höhepunkt in dieser Region. Ich freue mich riesig, dabei sein zu können, und bin ziemlich gespannt auf die endgültige Zusammensetzung der „Besetzungscouch“.

Nun zur Ausschreibung:

Zum dritten Mal treffen sich am Samstag, 22. September 2007, Autoren aus dem ganzen Bundesgebiet im Gewerbemuseum Spaichingen – und zum ersten Mal gibt es den Literaturpreis der Langen LeseNacht. Die LeseNacht gilt bei Schriftstellern längst als Institution – Tom Liehr las hier erstmals aus dem damals noch nicht veröffentlichten Roman „Idiotentest“, Silke Porath stellte Fragmente des Romans „Gottes Weber“ vor und Erkan Mete, Newcomer-Autor, wurde nach seinem Auftritt in Spaichingen ein Verlagsvertrag angeboten.
Organisiert wird die Lesung von der in Spaichingen lebenden Autorin Silke Porath. Abseits vom Verlagsbetrieb treffen sich einmal im Jahr Autoren aus ganz Deutschland. Für 2007 haben unter anderem bereits zugesagt: Tom Liehr, Marcel Magis, Stefan Ummenhofer und Alexander Rieckhoff.
Ein Platz auf dem Jugendstilsofa ist noch frei – für den Gewinner des Literaturpreises. Die beste Kurzgeschichte zum Thema „Besetzt!“ ist das Ticket für den Gewinner, um mit den bekannten Autoren aufzutreten und im Saal des Gewerbemuseums seinen Text dem Publikum vorzutragen.
Der Gewinner erhält außerdem eine Übernachtung für 2 Personen (inkl. Frühstück) vom 22. auf 23. September 2007. Eigene Anreise.
Gesucht werden unveröffentlichte Kurzgeschichten. Die Texte dürfen nicht länger als 1000 Wörter sein, gedruckt als Standardseiten (30 Zeilen à 60 Zeichen).
Die Einsendung der Texte erfolgt anonym und in vierfacher Ausfertigung. Auf allen Exemplaren muss ein Kennwort stehen; in einem verschlossenen Umschlag bitte Namen, Adresse, Telefonnummer und Emailadresse beilegen und diesen ebenfalls mit dem Codewort versehen.
Die Texte dürfen nicht geheftet oder eingebunden werden.
Eine Empfangsbestätigung kann nicht versandt werden.


Einsendeschluss ist der 1. Mai 2007 (Datum des Poststempels).

Einsendungen bitte an:
Silke Porath
Schwalbenweg 11
78549 Spaichingen

Die Jury bilden:
Die Spaichinger Autorin Silke Porath
Die Leiterin des Gewerbemuseums Spaichingen, Angelika Feldes
Die Buchhändlerin Christa Hettinga
Der Kunsthistoriker und Journalist Andreas Chr. Braun

Weitere Informationen gibt es hier.

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Leserunde Büchereulen



Wer mich ein wenig kennt weiß, dass das Forum der Büchereulen mein Leib- und Magenforum ist. Am 28.10. gab es in Berlin ein famoses Treffen im Charlottchen, das auch literarisch anspruchsvoll ausgefallen ist. Tom Liehr, Inge Lütt, Jane Sunshine, Marlowe und ich lasen neue und fast neue Texte. Etwas Besonderes war dabei das Debüt von Jane Sunshine, die sich zwischen den schon leseerfahrenen anderen Autoren behauptete und mit Apfelschorle und Tuckenwasser belohnt wurde. Nachdem die Nachwirkungen des Abends über mehrere Tage langsam abklangen, begann auch schon die Leserunde bei den Büchereulen zu „Mein Leben mit Mitsu“ und der inoffiziellen Fortsetzung „Sommer mit Schafen“.

Wie läuft so eine Leserunde ab? Einige Teilnehmer beschließen, ein Buch gleichzeitig zu lesen und zu kommentieren. Bei Beteiligung mit Autor werden diesem im besten Fall Löcher in den Bauch gefragt. Obwohl ich bei den Eulen schon etwas länger mitmische und Mitsu bereits einige gute Kritiken bekommen hatte war ich nicht nur leicht aufgeregt, sondern ein nervliches Wrack, das sich am liebsten in einer Hütte auf Tuvalu versteckt hätte. Was dann geschah übertraf meine schlimmsten Befürchtungen. Ich gehöre zu den Menschen, die mit Kritik ganz gut, aber mit Lob so gut wie gar nicht umgehen können. Natürlich weiß ich, dass nicht ich, sondern Mitsu gemeint ist, aber ein großer Teil von mir steckt in dem Büchlein, ob es nun autobiografisch ist oder nicht (ja, es war die erste Frage).

Den Rest gaben mir dann Doc und Tom mit einer wunderbaren, brillant geschriebenen Leseerfahrung ...

Manchmal werden die Worte, die man hat, ganz klein und unzureichend. Ich sitze hier mit pochendem Herzen, aufgeregt wie ein Teenager, und kann gar nicht viel sagen außer: Danke! Danke ihr Eulen – die Welt hat sich ein Stückchen nach links verschoben ...
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Ich-Form

Im Augenblick „toben“ einige Diskussionen durch Literaturforen, welche die „Ich-Form“ zur Disposition stellen. Teilweise erschreckende Ansichten sind zu lesen, Teile der (auch aktuellen) Literaturgeschichte werden zu Gunsten eines Unterhaltungsbetriebes vom Tisch gewischt (Zitat: „Hemingway interessiert mich nicht“.)

Und einige Schreibende merken an, dass die „Ich-Form“ schwierig wäre.

Nun ja. Es ist nicht Sinn der Literatur, den einfachsten Weg zu wählen. Den einfachsten Weg versuchen die Schreibratgeber natürlich aufzuzeigen, und der Markt wird im Augenblick von einer Literatur überschwemmt, die zumindest mir auswechselbar und konformistisch erscheint - lebloses Handwerk.

Der Literaturbetrieb, so weit er eine "höhere Literatur" propagiert, gräbt dagegen inzwischen eine "alte Avantgarde" wie Bodo Hell aus (den ich mag), der noch für den Typ des genialischen und authentischen Künstlers steht.

Aber was ist das Ich? Ich komme zur Frage der Identität. Kein Autor kann heute so naiv sein, das Ich (das tatsächliche Ich) nicht als Konstruktion, als gewollte Fiktion, zu betrachten. Das überträgt sich auch in die Autobiografie, die entsprechend gestaltet (erfunden) ist. Ein hervorragendes aktuelles Beispiel ist z. B. Alban Nikolai Herbst.

Die Ich-Form hängt unmittelbar mit dem eigenen Leben zusammen. In der Weise, dass man auch bereit ist, das Leben nicht nach Vorgaben zu gestalten, sondern neu und eigen zu erfinden.

Wer schreibt befindet sich im Auge des Sturms, in dem alles in Frage gestellt ist ...
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Wuppertal, Geburtsstunde eines neuen Verlages

Am Samstag war es so weit: Die Verlegerin Tanja Heinze lud zum nullten Verlagsgeburstag ihres Kindes „Oktara“ ein, und fast alle kamen. Christian Arzberger vom Brandneu-Verlag, zukünftige Autoren, Lektor, die Covergestalterin Tanja Förster, Logogestalter, Satzexperten, Journalisten und viel Familie. Aber vor allem kam einer: Hannes Oberlindober, der in diesem Kreis sein Buch „Das Mandat des Kammerjägers“ vorstellte, das bald offiziell erhältlich sein wird. Da die restlichen ca. 5,9 Milliarden Menschen auf diesem Planeten nicht in den Genuss dieser Lesung kommen konnten, gibt es auf der Verlagsseite eine Hörprobe, die ich ausdrücklich und hintergründig empfehle.

Nun ist Hannes Oberlindober ein alter Bekannter – ich „entdeckte“ ihn vor gefühlten hundert Jahren auf einer News-Liste, bat ihn, einen Artikel für unsere Seite „Angel & Vampires“ übernehmen zu dürfen, und veröffentlichte ihn dort auch weiter. Und so schließen sich wieder Kreise, eine neue Generation ist am Start, während Grass & co. noch um alte Medienpräsenz mit teilweise erschreckenden Marketingtricks kämpfen.

Kein Krebsgang, sondern ein Sprint zur neuen Literatur, entstaubt, politisch, wortgewandt und authentisch. Hannes, ich drücke dir sämtliche Daumen und einen durch deine Qualität verdienten Medienrummel!

Disclaimer: Ich bitte alle namentlich nicht genannten um Entschuldigung: das Verlagsfest war rauschend, die Erinnerungslücken anschließend groß ... Ich liebe Euch alle!

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