Apples Future Transition: iPod in der iCloud

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Bild: Apple.de

Es war – schon wieder – ein überragendes Quartal für Apple. Besonders die iOS-Geräte iPhone und iPad verkaufte der Hersteller wie geschnitten Brot, über 20 Millionen iPhones und über 9 Millionen iPads. Eine Zahl trübt aber das Vergnügen, der Abwärtstrend bei den iPods setzt sich fort. Trotz iPod touch, der über die Hälfte der Verkäufe in diesem Segment ausmachte. Für den Herbst versprach Apples Finanzchef einen Produktübergang. Kommt ein revolutionärer, neuer iPod?
Schuld an der aktuellen iPod-Misere dürfte vor allem der iPod nano sein, der mit einem offiziellen Verkaufspreis von 159 Euro für das Vier-Gigabyte-Modell schlicht zu teuer ist und zu wenig bietet – das Vorgängermodell war nicht nur billiger, sondern integrierte auch eine Videokamera. Da tröstet auch der Mini-Touchscreen nicht darüber hinweg.

Im September ist die Zeit reif für neue iPod-Modelle. Auf der Quartalskonferenz verriet Apples Finanzchef Peter Oppenheimer, dass im Herbst mit iOS 5 und der iCloud eine Menge passieren werde. Zudem gäbe es einen Produkt-Übergang, über den er aber heute noch nicht sprechen wolle. Dieser habe aber Einfluss auf die Marge im September-Quartal.

Mehrere Webseiten wie AppleInsider tippen auf das nächste iPhone-Modell als dieses „Übergangsprodukt“. Aber warum soll das iPhone die Marge drücken? Selbst wenn Apple ein Billig-iPhone mit 3GS-Technik vorstellen sollte - die Marge drückt die alte Hardware wohl kaum.

Viel wahrscheinlicher ist ein anderes Szenario. Ein iPod „nano“ mit 3G, das Musik über iCloud streamt – Gerüchte um einen 3G-iPod-touch machten bereits die Runde. Dazu könnte Apple passende Angebote mit den Mobilfunkbetreibern knüpfen, die eine Streamingflatrate zur Verfügung stellen. Der Anwender hätte dann seine komplette Musikbibliothek immer und überall dabei, unabhängig von der Flash-Speichergröße des Musikspielers. Wenn Apple dieses Szenario pushte, dann könnte allerdings auch der – in letzter Zeit stevemütterlich behandelte – iPod classic von der Bühne verschwinden.

Ein solcher Übergang wäre allerdings riskant. Nehmen die Kunden ein solches Modell an? Der Preis müsste niedrig sein, die Absatzzahlen sind nur schwer zu kalkulieren. Beim iPad verlangt Apple einen Aufschlag von rund 120 Euro für 3G/GPS. In dieser Preisregion müsste der ganze iCloud-iPod liegen, um im Massenmarkt eine Chance zu haben. Marge, ick hör dir schwinden.
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