Blogger

Neuanfang [Update]

Aufmerksamen macnews.de-Lesern ist es vielleicht nicht entgangen, dass ich meine Arbeit dort beendet habe. Die Entscheidung kam plötzlich, genau so wie der Neubeginn für das Blog der Online-Druckerei flyerpilot.de. Dort wird man also weiter Artikel von mir finden, hauptsächlich wie gewohnt rund um Apple. Gleichzeitig „schimpfe“ ich mich nun Blogger und nicht mehr Redakteur. An der Arbeitsweise ändert sich indes wenig, im Gegensatz zum „Newsgeschäft“ kann ich mich manchen Themen etwas freier und ausführlicher nähern.

ipad

Zum Beispiel dem iPad. Letzten Samstag ist das Gerät in Amerika erschienen, in einer Reihe widme ich mich (fast) allen Aspekten der „Revolution aus Cupertino“. Tatsächlich schickt sich das Multitouch-Gerät an, den Umgang mit dem Computer ähnlich zu verändern wie seinerzeit Maus und Desktop-Metapher. Auch wenn das iPad letztlich nur wie ein überdimensionierter iPod touch erscheint – die größere Displayfläche ermöglicht im Gegensatz zu den Kleinstmobilen völlig neue Anwendungsgebiete und Anwendungen.

[Update] Erneuter Wechsel: die Blogschreiberei für flyerpilot.de hat sich quasi über Nacht erledigt. So schnell kann es gehen ... Wie gut, dass nicht nur der Kopf rund ist, sondern auch die Weltenkugel. Man könnte sonst schnell(er) über den Rand fallen.
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Ins Netz gegangen

Wer bisher recht abschätzig das Phänomen „bloggen“ belächelt hat, wird spätestens jetzt mit einem gefrierenden Grinsen leben müssen.

Kurz nachdem eine der Bloggerinen der Riesenmaschine, Kathrin Passig, Bachmann- und Publikumspreis abräumte, wurde Katharina Borchert (Lyssas Lounge) als stellvertretende Chefredakteurin von der WAZ berufen, um das allgemein anerkannt verstaubte Webangebot zu erfrischen. Die Zauberformel heißt Web 2.0, womit sich die Next Economy zunehmend schmückt. Soziale Plattformen boomen, sogar die SingleBusiness-Plattform openBC leistet sich ein Blog, in dem locker alle Themen beplaudert werden, die aber auch so gar niemanden interessieren.

Blogs sind angekommen, diese Mischung aus privater Selbstdarstellung, Journalismus und kontinuierlicher Abarbeit von Zukunfts- und sonstigen Themen. Die Blogosphäre löst das ein, was das Cluetrain-Manifest ursprünglich der New Economy mit auf den Weg geben wollte: Eine Fokussierung auf den Menschen, als moralische und zentrale Instanz, die sich von den geschlossenen, einseitig kommunizierenden Unternehmensphilosophien radikal unterscheidet. Die New Economy hat im Venture Capital Rausch diese Chance nicht wahrnehmen können, die Next Economy versucht es wenigstens.

Aber die Frage muss diskutiert werden und könnte entscheidend sein: wie verändert sich das Bloggen, das bisher eher Untergrund war, durch die Übernahme der Medien? Passig und der ZIA ist es gelungen, das Spiel umzudrehen. Sie wurde nicht vom Literaturbetrieb vereinnahmt (obwohl es versucht wurde), sondern das Gesamtkunstwerk aus Text, Video und Präsentation sprengte den sich selbst feiernden Betrieb. Die Gegenreaktion der Juroren, die das wohl witterten und die weiteren Preise an altgediente Literaten verteilten, spielte keine Rolle mehr und wurde eher kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen.

Die schwierigere Aufgabe hat Katharina Borchert. Sie muss ein Geschäftsmodell für das Bloggen erfinden – ohne das anarchische Moment der Blogs in eine rein durchkommerzialisierte Form zu gießen. Sie wird es meiner Meinung nach schaffen, bzw. ist sie die richtige Menschin an der richtigen Stelle. Aber beneiden – kann man sie nicht.

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