Leserunde

Leserunde Büchereulen



Wer mich ein wenig kennt weiß, dass das Forum der Büchereulen mein Leib- und Magenforum ist. Am 28.10. gab es in Berlin ein famoses Treffen im Charlottchen, das auch literarisch anspruchsvoll ausgefallen ist. Tom Liehr, Inge Lütt, Jane Sunshine, Marlowe und ich lasen neue und fast neue Texte. Etwas Besonderes war dabei das Debüt von Jane Sunshine, die sich zwischen den schon leseerfahrenen anderen Autoren behauptete und mit Apfelschorle und Tuckenwasser belohnt wurde. Nachdem die Nachwirkungen des Abends über mehrere Tage langsam abklangen, begann auch schon die Leserunde bei den Büchereulen zu „Mein Leben mit Mitsu“ und der inoffiziellen Fortsetzung „Sommer mit Schafen“.

Wie läuft so eine Leserunde ab? Einige Teilnehmer beschließen, ein Buch gleichzeitig zu lesen und zu kommentieren. Bei Beteiligung mit Autor werden diesem im besten Fall Löcher in den Bauch gefragt. Obwohl ich bei den Eulen schon etwas länger mitmische und Mitsu bereits einige gute Kritiken bekommen hatte war ich nicht nur leicht aufgeregt, sondern ein nervliches Wrack, das sich am liebsten in einer Hütte auf Tuvalu versteckt hätte. Was dann geschah übertraf meine schlimmsten Befürchtungen. Ich gehöre zu den Menschen, die mit Kritik ganz gut, aber mit Lob so gut wie gar nicht umgehen können. Natürlich weiß ich, dass nicht ich, sondern Mitsu gemeint ist, aber ein großer Teil von mir steckt in dem Büchlein, ob es nun autobiografisch ist oder nicht (ja, es war die erste Frage).

Den Rest gaben mir dann Doc und Tom mit einer wunderbaren, brillant geschriebenen Leseerfahrung ...

Manchmal werden die Worte, die man hat, ganz klein und unzureichend. Ich sitze hier mit pochendem Herzen, aufgeregt wie ein Teenager, und kann gar nicht viel sagen außer: Danke! Danke ihr Eulen – die Welt hat sich ein Stückchen nach links verschoben ...
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Leserunde mit Andreas Altmann

Zu Andreas Altmann habe ich hier auf dieser Seite schon einiges geschrieben. Im Forum der Büchereulen findet demnächst eine Leserunde mit dem Autor statt, die ich jedem lebendigen Erwachsenen ans pulsierende Herz legen möchte.

Gelesen und diskutiert wird „Getrieben“, das ich nach dem Interview mit ihm geschickt bekommen hatte, mit dem Hinweis, dass dieses Buch erst ab 30 geeignet sei. Ich erinnere mich noch genau - ich befreite das Buch aus der Verpackung, und begann sofort zu lesen. Ich lief die nächsten Stunden lesend durch die Wohnung, ging mit dem Buch ins Bett, lebte mit dem Buch, wie man mit einem Buch überhaupt nur leben kann.

„Getrieben“ ist fast wie eine Lebensbeichte. Ob es um die große Liebe, Impotenz, eine zu rettende Katze, die pflegliche Behandlung von Büchern und ihr teilweise illegaler Erwerb geht - viele kleine Geschichten fügen sich zusammen, man wird durch die Sprache, die teilweise an Henry Miller in seinen besten Zeiten erinnert, fort- und mitgerissen, leidet, lacht, erschrickt mit. Mit Henry Miller teilt Andreas Altmann auch ein tiefes, warmes Verständnis dafür, was Leben tatsächlich bedeutet: sich ganz hineinzubegeben, Risiken einzugehen, zu tricksen, sich zu verlieben, sich aber dabei immer treu zu bleiben.

Ein großes Buch, das viel zu schnell verschlungen ist. Ein Buch, das es schafft, die Welt zu entkleiden, damit man erkennt, wie schön sie nackt ist.

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