Schreibtipps

Wie man einen Roman schreibt

Es ist ganz einfach.

Man schreibt jeden Tag eine Anzahl von Seiten/Wörtern, die man sich vorgenommen hat. Jeden Tag. Regelmässig. Ausreden gibt es nicht.

Seit fast zwei Wochen versuche ich es, mit mehr oder weniger Erfolg. Mein Ziel sind 1.000 Worte am Tag (meine „Schreibmaschine“ zählt leider nur Worte, und keine Zeichen), inzwischen bin ich, trotz mehr als widriger Umstände, bei meiner neuen Erzählung bei knapp 16.000 Worten. Allerdings mussten auch schon etliche daran glauben.
Ich werde das weiter beobachten – und schreiben.

Wie es übrigens der Zufall will, entsprechen 1.000 Worte etwas mehr als drei Manuskriptseiten im Standardformat – das Tagespensum von Ernest Hemingway.

[Update: Inzwischen habe ich das Zeichenzählprogramm für das Psion-Netbook gefunden; ich bleibe aber bei den Worten.]
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Ich-Form

Im Augenblick „toben“ einige Diskussionen durch Literaturforen, welche die „Ich-Form“ zur Disposition stellen. Teilweise erschreckende Ansichten sind zu lesen, Teile der (auch aktuellen) Literaturgeschichte werden zu Gunsten eines Unterhaltungsbetriebes vom Tisch gewischt (Zitat: „Hemingway interessiert mich nicht“.)

Und einige Schreibende merken an, dass die „Ich-Form“ schwierig wäre.

Nun ja. Es ist nicht Sinn der Literatur, den einfachsten Weg zu wählen. Den einfachsten Weg versuchen die Schreibratgeber natürlich aufzuzeigen, und der Markt wird im Augenblick von einer Literatur überschwemmt, die zumindest mir auswechselbar und konformistisch erscheint - lebloses Handwerk.

Der Literaturbetrieb, so weit er eine "höhere Literatur" propagiert, gräbt dagegen inzwischen eine "alte Avantgarde" wie Bodo Hell aus (den ich mag), der noch für den Typ des genialischen und authentischen Künstlers steht.

Aber was ist das Ich? Ich komme zur Frage der Identität. Kein Autor kann heute so naiv sein, das Ich (das tatsächliche Ich) nicht als Konstruktion, als gewollte Fiktion, zu betrachten. Das überträgt sich auch in die Autobiografie, die entsprechend gestaltet (erfunden) ist. Ein hervorragendes aktuelles Beispiel ist z. B. Alban Nikolai Herbst.

Die Ich-Form hängt unmittelbar mit dem eigenen Leben zusammen. In der Weise, dass man auch bereit ist, das Leben nicht nach Vorgaben zu gestalten, sondern neu und eigen zu erfinden.

Wer schreibt befindet sich im Auge des Sturms, in dem alles in Frage gestellt ist ...
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