Verlag

Das E-Book und die Bibliothek des Wesentlichen

Der Herbst wird heiß – die neue Generation von E-Book-Readern drängt auf den Markt, nach der Preisoffensive von Amazon und Barnes & Noble dürfen sich auch deutsche Kunden über sinkende Hardware-Preise freuen. Thalia will dabei ab Oktober eine Marke setzen: 139 Euro verlangt der Buchhandelskonzern für seinen touchfähigen Reader mit Sechs-Zoll-Bildschirm.

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Video-Nachreichung

Der Flügelschlag hat die 500-Marke „überflogen“ und strebt nun der 1.000 zu.

Grund genug, den SAT1-Bericht als YouTube-Video dauerhaft einzubetten.

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Das Ende (m)eines Verlags - ein Nachruf auf Brandneu

Zusammen mit dem Jahr 2008 endete auch etwas anderes: Der Brandneu Verlag, dessen einzige Buchpublikation „Mein Leben mit Mitsu“ blieb, ist abgewickelt, die Webseite abgeschaltet und das Buch nicht mehr über Amazon und die GVA-Verlage erhältlich.

Rückblick: 2005 bereitete ich ein Interview für eine Mac-Zeitschrift mit der Illustratorin Iris Luckhaus vor, die gleichzeitig und unabhängig von mir mit dem jungen Verleger Christian Arzberger in Wuppertal sprach - dieser konnte sie für seinen frischen Verlag Brandneu gewinnen. Ursprünglich sollten zwei andere Bücher dort erscheinen, bei dem einen entschied sich die Autorin, doch bei ihrem Hausverlag zu bleiben, die andere hatte ihr Buch noch nicht fertig und empfahl mich. Wie Iris Luckhaus auch. Ab dann ging alles sehr schnell, wir arbeiteten intensiv an der Realisierung von "Mein Leben mit Mitsu" – das Interview mit Iris ist nie erschienen, dafür das kleine Büchlein, das Ende Mai 2005 mit einer denkwürdigen Buchparty der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ich danke hier jedem noch Mal ausdrücklich, der dabei war!

Vor allem die Zusammenarbeit mit der GVA-Verlage erwies sich als Glücksgriff, Mitsu erreichte über deren Verlagsvertreter die Buchhandlungen, die Verkäufe liegen insgesamt im vierstelligen Bereich. Ein Filmagent nahm das Buch ins Programm auf und machte es zum Haupttitel auf der Berlinale, ein Vorvertrag mit einer Lizenzausgabe im Ausland ist geschlossen. Nicht ganz so glücklich verlief die Verlagsgeschichte. 2006 erhielt Brandneu Verstärkung durch einen Finanzier, nach einigen Differenzen bei der zukünftigen Ausrichtung ging diese Zusammenarbeit zu Ende. In den letzten zwei Jahren gab es dann immer wieder Hoffnung auf eine Weiterführung des Programms, das aber nicht mehr zustande kommen sollte. Opfer ist unter anderem mein Roman „Im Schatten des Flügelschlags“.

Die komplette Auflage von Mitsu, insgesamt 3000 Stück, ist noch nicht verkauft. Wie es weitergeht? Ich weiß es nicht. Im Moment scheint man das Buch neu ausschließlich über Ebay beziehen zu können. [Update: Über den Amazon Marketplace ist Mitsu ebenfalls wieder erhältlich.] Der Flügelschlag-Roman ist fertig, der nächste, an dem ich kontinuierlich weiterarbeite, konnte ich nun ungefähr zur Hälfte fertigstellen, das Rohmaterial reichte sogar für mehrere Bücher.

Ich möchte zum Schluss Christian Arzberger danken, für Enthusiasmus und die vielen gemeinsamen Arbeits-Stunden, die „Mein Leben mit Mitsu“ ermöglicht haben. Für mich ist die Entstehungsgeschichte und das Büchlein ein „kleines Wunder“. Vielleicht sieht man Mitsu an anderer Stelle in einer anderen Form wieder. Wer weiß das schon. Vielleicht winkt sie einem dann zu, mit ihrer roten Kühltasche in der Hand. Aus dieser lugt - da bin ich mir sicher - der Leguan hervor. Ich werde ihm zuhören, denn er hat bestimmt viel zu erzählen. Von Vögeln, die die Welt verschieben, von Zügen, die an fremden Orten halten, von der Liebe und der Sehnsucht nach einer guten Nudelsuppe.

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Wuppertal, Geburtsstunde eines neuen Verlages

Am Samstag war es so weit: Die Verlegerin Tanja Heinze lud zum nullten Verlagsgeburstag ihres Kindes „Oktara“ ein, und fast alle kamen. Christian Arzberger vom Brandneu-Verlag, zukünftige Autoren, Lektor, die Covergestalterin Tanja Förster, Logogestalter, Satzexperten, Journalisten und viel Familie. Aber vor allem kam einer: Hannes Oberlindober, der in diesem Kreis sein Buch „Das Mandat des Kammerjägers“ vorstellte, das bald offiziell erhältlich sein wird. Da die restlichen ca. 5,9 Milliarden Menschen auf diesem Planeten nicht in den Genuss dieser Lesung kommen konnten, gibt es auf der Verlagsseite eine Hörprobe, die ich ausdrücklich und hintergründig empfehle.

Nun ist Hannes Oberlindober ein alter Bekannter – ich „entdeckte“ ihn vor gefühlten hundert Jahren auf einer News-Liste, bat ihn, einen Artikel für unsere Seite „Angel & Vampires“ übernehmen zu dürfen, und veröffentlichte ihn dort auch weiter. Und so schließen sich wieder Kreise, eine neue Generation ist am Start, während Grass & co. noch um alte Medienpräsenz mit teilweise erschreckenden Marketingtricks kämpfen.

Kein Krebsgang, sondern ein Sprint zur neuen Literatur, entstaubt, politisch, wortgewandt und authentisch. Hannes, ich drücke dir sämtliche Daumen und einen durch deine Qualität verdienten Medienrummel!

Disclaimer: Ich bitte alle namentlich nicht genannten um Entschuldigung: das Verlagsfest war rauschend, die Erinnerungslücken anschließend groß ... Ich liebe Euch alle!

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Verlag - Innenansichten



Schriftsteller sind rätselhafte Menschen. Aber die schreiben wenigstens Bücher. Eine noch rätselhaftere Gattung, über die man nur wenig erfährt, ist der Verleger. Was bewegt einen ansonsten vernünftig wirkenden Menschen, einen Verlag zu gründen?
Was sind seine Gedanken und die täglichen Herausforderungen dieser Branche? Der charismatische Kopf des Brandneu-Verlages, Christian Arzberger, führt seit kurzer Zeit ein Weblog, in dem man Internas, Unausgesprochenes und (un-)Alltägliches über die Welt des Büchermachens erfährt. Vielleicht liegt es daran, dass der Mann eben nicht „nur“ Verleger, sondern auch Schriftsteller ist.

Sehr zu empfehlen!

[Update: Weblog ist inzwischen gelöscht.]
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